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Aufmerksame Zuhörer: die Mädchen und Buben der Kinderfeuerwehr bei der Brandschutzübung. Dafür ließen die Brandretter Rauch aus dem Haus der VR-Bank steigen. Es steht vor dem Abriss. 

Sie wussten nichts davon

Und plötzlich brennt es: Kinderfeuerwehr Unterbrunn wird von Übung überrascht

Die Unterbrunner Nachwuchsfeuerwehr hat keine Personalprobleme, sondern eine Warteliste. Ein Besuch bei einer Übung, von der die Kinder erst gar nichts wussten.

Unterbrunn – Die Brandschutzübung in Unterbrunn ist eine Überraschung: Als die sechs Buben und drei Mädchen von der Kinderfeuerwehr am sonnigen Samstagnachmittag mit ihren Gruppenleiterinnen Rebecca Möcks und Alexandra Heb aus dem Feuerwehrhaus kommen, qualmt es aus dem Abbruch-Haus der VR-Bank gegenüber. Alexander (10) drückt sofort den roten Alarmknopf. „Gegenüber der Unterbrunner Feuerwehr, im Haus an der Hauptstraße, hat‘s gebrannt.“ Diesen Notruf setzt sein Kamerad Elias Richtung Leitstelle ab. „Ich weiß nicht, ob Menschen drin sind“, sagt Elias noch. Danach schrillt schon die Alarmsirene.

Ein Rettungsfahrzeug mit Sanitäter, das „zufällig“ in der Nähe war, parkt am Gerätehaus. Auch Kommandant Stefan Merkl war „zufällig“ gleich vor Ort. Maximilian entdeckt sofort, dass es eine Übung ist: „Das sehe ich am Kabel“, sagt der gut geschulte Bub. Mit ihren Gruppenleiterinnen verfolgen die Mädchen und Buben den weiteren Einsatz gespannt. Das rote Fahrzeug rückt aus. Uniformierte Feuerwehrleute springen aus dem Wagen und rollen die Schläuche aus. Dabei sind auch Atemschutzträger. Die Kinder bleiben erst in sicherem Abstand, dürfen dann aber näher kommen: Die Türen im vermeintlich brennenden Abbruchhaus sind verrammelt. Von innen hört man das Krachen einer eingeschlagenen Holztür. Oben auf dem Balkon steht bereits ein Feuerwehrmann. Über die Leiter rettet der Atemschutzträger das erste Brandopfer, eine Dummy-Puppe. Unten kracht es noch einmal. Das zweite Opfer.

VR-Bank stellte das Haus für die Brandübung zur Verfügung

Vor dem Feuerwehrhaus hat sich schon eine Gruppe mit Familien versammelt. Das Publikum applaudiert den freiwilligen Rettern. „Jeder einzelne Atemschutzträger wird namentlich erfasst“, erklärt Heb den Kindern. Die Feuerwehrfrau überwacht mit der Stoppuhr den Druck in den Sauerstoffflaschen. Sobald der Rest-Druck auf 50 Bar sinkt, schrillt der Alarm: Die Atemschutzträger, die Menschen retten, müssen dann sofort den verqualmten Raum verlassen, erläutert Kommandant Merkl.

„Das ist sehr spannend“, findet Moni, die direkt neben dem Feuerwehrhaus wohnt. Denn gerade kommt derSanitäter mit der Wasserflasche angerannt. Zum Finale der Übung dürfen die Kinder beim Aufrollen der Schläuche helfen. Merkl ist glücklich, dass die VR-Bank ihr Haus gerade noch zur Verfügung gestellt hat: Denn an diesem Montag beginnt der Abriss. Als Krönung der Aktion bekommen die Kinder Urkunden. „Ich finde es wichtig, dass die Kinder nicht nur Theorie lernen“, sagt Erzieherin Möcks.

Kein Wunder, dass die Unterbrunner Jugendfeuerwehr keine Nachwuchssorgen hat. „Wir haben eine Warteliste“, betont Heb. Sie leitet die Gruppe mit Möcks schon seit einem Jahrzehnt. Auch am Leitfaden für die Kinderfeuerwehr der Regierung von Oberbayern waren die beiden Unterbrunnerinnen beteiligt.

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