Erinnerungsfotos aus früheren Zeiten: Lisa Zabolitzky hofft, dass „Unser Club“ im kommenden Jahr wieder mehr Aktivitäten anbieten und durchführen kann.
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Erinnerungsfotos aus früheren Zeiten: Lisa Zabolitzky hofft, dass „Unser Club“ im kommenden Jahr wieder mehr Aktivitäten anbieten und durchführen kann.

„Unser Club“ bleibt zuversichtlich

Seit mehr als vier Jahrzehnten organisieren engagierte Gautinger von „Unser Club“ Feste, Busausflüge und mehr für Menschen mit Behinderungen. Im Corona-Jahr ist fast alles flachgefallen. Umso mehr freut sich Vereinsvorsitzende Lisa Zabolitzky über eine Spende von 3000 Euro von der Ippen-Stiftung.

Gauting – „Mit Ihrem Geldbetrag können wir – so hoffen wir zumindest – im zweiten Halbjahr 2021 wieder mit unseren wunderschönen Festen loslegen. Darauf freuen wir uns schon heute.“ Mit diesen Worten dankt Lisa Zabolitzky, Vorsitzende von „Unser Club“ in Gauting, Merkur-Verleger Dr. Dirk Ippen und dessen Stiftung für eine Spende in Höhe von 3000 Euro. Denn mit ihrem engagierten Team will Zabolitzky viel Ausgefallenes nachholen.

„Dieses Corona-Jahr war für uns nicht glücklich“, bedauert die 67-Jährige. Seit März seien die Feste für Menschen mit geistigen und körperlichen Behinderungen ausgefallen, sagt sie. Am 29. Februar stieg gerade noch „eine riesengroße Geburtstagsparty mit von unseren 18 Ehrenamtlichen selbst gebackenen Kuchen, kleinen Geschenken, sowie dem Auftritt eines Zauberers“. Gefeiert wurde unter anderem der 18. Geburtstag von Sandro. „Auch den 90. Geburtstag von Tante Thea haben wir nachgefeiert“, erzählt Zabolitzky. Denn die von ihren Ehemaligen heiß geliebte Thea Schulze, ehemals Erzieherin im Evangelischen Kindergarten Gauting, hatte bereits in den 1960er-Jahren einen behinderten Buben in ihre Gruppe integriert. Damals sprach noch kein Mensch von Inklusion. Gerade deshalb gründete die mittlerweile verstorbene Emma Jardin, Mutter einer Tochter mit Down-Syndrom, zusasmmen mit Heidi Daunderer 1978 „Unser Club“. Die zwei Gautingerinnen hatten sich in der Firmgruppe ihrer Kinder kennengelernt. Deshalb war das katholische Pfarrheim von Anfang an Veranstaltungssaal des Vereins. „Ich selber habe keine Kinder, hätte aber gerne welche gehabt“, erzählt Zabolitzky. Deshalb habe sie sich schon vor über drei Jahrzehnten bei „Unser Club“ engagiert.

In dieser Zeit entstanden auch emotionale Beziehungen zu den betreuten Gästen. „Wenn Sie mit diesen Menschen länger umgehen, sehen Sie nicht mehr die Behinderung, sondern Sie blicken der Person in die Seele“. Das sei für sie herzerwärmend, schwärmt Lisa Zabolitzky.

Dass die elf integrativen Feste wie etwa der gemeinsame Tanz mit den Gautinger Trachtlern der Pandemie zum Opfer gefallen sind, tue ihr leid. Höhepunkte seien immer der Faschingsball mit der Prinzengarde aus Olching, das Sommerfest mit bis zu 140 Gästen und die Weihnachtsfeier. „Doch wir haben unsere Gäste trotz Corona liebevoll begleitet.“ Die meisten der etwa 90 betreuten Menschen zwischen 18 und 60 Jahren stammen aus Gauting und Krailling.

„Wir haben uns riesig über die Spende gefreut“, dankt Zabolitzky und sagt: „Unser erstes Fest nach dem Lockdown muss ein Knaller werden.“

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