Erneuter Rückruf bei BMW - Mehr als eine Million Fahrzeuge betroffen

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Diebe und Bestohlene: Gestern Vormittag verabredeten die Unterbrunner die Auslöseverhandlungen mit dem Maibaumverein Sendling-Westpark, dessen Chef der Münchner CSU-Stadtrat Otto Seidl (vorne r.) ist.

Schiri-Pfiff als Startsignal

Nach Bayern-Spiel schlugen die Unterbrunner Maibaumdiebe zu

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Manchmal gehört eine Portion Glück dazu. Ihren 67. Maibaumklau haben die Unterbrunner Burschen jedoch einer Ahnung oder Eingebung zu verdanken. In der Nacht zum Mittwoch waren die ungekrönten Könige der Maibaumdiebe in Sendling erfolgreich. Am Abend waren bereits Auslöseverhandlungen.

Unterbrunn – Der Schlusspfiff des Schiedsrichters der Champions-League-Partie FC Sevilla gegen Bayern München war gerade verklungen, da hielt es Richard Kaindl nicht mehr auf dem Wirtshausstuhl im Gasthaus Högner, wo er mit Kameraden das Fußballspiel am Fernsehschirm verfolgt hatte. Denen sagte Kaindl, er habe noch Appetit auf „Pommes und ein Eis bei McDonald’s“. Tatsächlich habe er aber „eine Ahnung gehabt, dass der Sendlinger Baum heute heimgeholt wird“, begründete der Unterbrunner gegenüber unserer Zeitung,dass er noch so spät nach München gefahren sei. Die Ahnung trog ihn nicht: Gegen Mitternacht sichtete der Unterbrunner den Maibaumtransport. Der bewegte sich auf der Fürstenrieder Straße in Richtung Sendling.

Kaindl folgte dem Transport. Galt es doch herauszufinden, wo der Baum abgelegt werden würde. Am Luise-Kiesselbach-Platz, in der Nähe des Hauses St. Josef der Münchenstift GmbH, war das Ziel erreicht. Kaindl wartete, bis die Maibaumbesitzer das Feld geräumt hatten. Dann alarmierte er seine Kameraden. Mit 50 Mann rückten die Unterbrunner samt Zugmaschine an und wuchteten den etwa drei Tonnen schweren, 28 Meter langen Stamm auf den Anhänger.

„Das war ein Schock in der Früh“

Gestern Vormittag meldeten sich die Bestohlenen vom Maibaumverein Sendling-Westpark bei den Unterbrunnern. Eine kleine Abordnung mit dem Münchner CSU-Stadtrat Otto Seidl kam in den Gautinger Ortsteil und verabredete sich zu Auslöseverhandlungen.

„Das war ein Schock in der Früh“, bekannte Seidl: „Um 1.30 Uhr waren wir fertig mit dem Abladen, tranken noch ein Bier und ein Schnapserl.“ Und in der Früh hatten „die Hundskrippl“ schon den in der ersten Nacht unbewachten Stamm weggeschafft, sagte der Vorsitzende des Maibaum-Vereins. Das prächtige Fichtenstangerl aus dem Stürzerwald bei Fürstenfeldbruck wird am 1. Mai aufgestellt – auf der nach dem Tunnelbau neu entstandenen Grünfläche gegenüber dem Alten- und Pflegeheim St. Josef, erzählte Seidl. Doch soweit ist es noch nicht: Gestern Abend musste er mit den Unterbrunnern die Auslöse verhandeln. „Und a bisserl Diridari vom Staatsminister braucht’s auch“ – damit der Baum wieder nach München zurückkommt. Schließlich ist Europaminister Georg Eisenreich der Schirmherr des Maibaumvereins Sendling-Westpark.

Von Christine Cless-Wesle und Stephan Müller-Wendlandt

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