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Königswiesen

Pläne für neue Bahnüberführung liegen aus

Ab Montag liegen die überarbeiteten Pläne für den Ausbau der Bahnüberführung in Königswiesen öffentlich im Gautinger Rathaus aus. Kritiker haben bereits angekündigt, Einwände geltend zu machen.

KönigswiesenSeit Jahren formiert sich im Gautinger Ortsteil Königswiesen Widerstand gegen den von der Bahn, aber auch vom Landkreis Starnberg geplanten großen Ausbau der Unterführung im Verlauf der Hauser Straße. Denn mit der angestrebten Durchfahrtshöhe von künftig 4,50 Meter und einer Fahrbahnbreite von neun Meter befürchten Königswieser, aber auch Gautinger an den Hauptverkehrsadern künftig mehr Verkehr im Ort – vor allem Schwerlastverkehr. Im vorigen Sommer waren Mitglieder der Bürgerinitiative „Gegenverkehr – L(i)ebenswertes Gauting“ (BI) und ihr Anwalt Sebastian Heidhorn beim Erörterungstermin bei der Regierung von Oberbayern. Erstmals hatte die Deutsche Bahn damals einen dezidierten Bericht über die Schäden an dem Bauwerk vorgelegt.

Laut Rechtsanwalt Heidorn wird die Bahnüberführung aktuell in der zweithöchsten Schadensklasse geführt. Bei der Bahn herrsche in puncto Sanierung eklatanter Nachholbedarf. Heidorn: „Man tut so lange nichts, bis solch ein Bauwerk marode ist.“ Laut BI könnte die Unterführung in Königswiesen für eine Million Euro saniert werden, statt sie für derzeit geschätzte 4,9 Millionen Euro komplett neu zu bauen.

Ganz neu für die Kritiker kam beim Anhörungstermin 2018 ein aktuelles Verkehrsgutachten von Professor Harald Kurzak auf den Tisch. Darin komme der Gutachter, so Heidorn, zu dem Schluss, dass die Königswieser Unterführung für den Schwerlastverkehr nur eine „geringe Bedeutung“ habe – auch wenn sie deutlich aufgeweitet werde. Diese Einschätzung berücksichtigt nach Meinung des Rechtsanwalts nicht die Bedeutung der jetztfertiggestellten Starnberger Westumfahrung. Über diese Achse könne der Verkehr aus dem Würmtal nun deutlich schneller auf die B 2 in Richtung Süden gelangen.

Kurzaks Gutachten stehe obendrein im krassen Gegensatz zu dem des Verkehrsplaners Helmuth Ammerl vom Büro Obermayer. Der von der Gemeinde Gauting beauftragte Gutachter sehe „eine erhebliche Aufwertung der Kreisstraße STA 3 durch Königwiesen“ im Falle eines großen Ausbaus der Bahnüberführung. Eine Verkehrszunahme mit Lastwagen wäre die Folge. Schon nach dem Erörterungstermin hatte der Anwalt der BI keinen Zweifel, dass die Bahn die neuen Planunterlagen für die öffentliche Auslegung nochmals überarbeiten müsse. Denn die BI hatte im Gautinger Bauausschuss mit Erfolg Änderungen durchgesetzt. Während der zu verkürzenden Bauphase, in der Königswiesen bis zu 15 Monate lang großräumig zu umfahren wäre, fordert der Bauausschuss zum Beispiel die Einrichtung eines Pendelbusses zwischen Gauting und Königswiesen – auf Kosten des „Vorhabenträgers“, also des Landkreises. Weitere Ziele sind sichere Querungshilfen und ein neuer Geh-/Radweg bis zur Einmündung der Hauser Straße auf die Starnberger Straße.

Rechtsanwalt Heidorn hat unterstellt, dass es sich bei dem Projekt um eine „verkappte Straßenplanung“ handele, die das Landratsamt ohne die Baumaßnahme an der Unterführung niemals hätte durchdrücken können. Wenn es zu einer erneuten Auslegung der Pläne komme, werde man wieder Einwände vorbringen. Nach einem Planfeststellungsbeschluss durch das Eisenbahnbundesamt werde er „gegebenenfalls Klage einreichen“, hatte Heidorn voriges Jahr angekündigt.

Bis zum 7. August können vom Bahnvorhaben Betroffene Einwände schriftlich geltend machen – entweder im Rathaus Gauting (Zimmer 201 oder 214) oder bei der Regierung von Oberbayern in München.

Von Christine Cless-Wesle

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