Amtsgericht Starnberg

Stornos fingiert undGeld selbst  eingesteckt

Der heimliche Griff in die Kasse verschaffte einer Verkäuferin über Jahre eine verlässliche Einnahmequelle. Zwischen 2013 und 2017 steckte die Angestellte eines Gautinger Supermarktes stolze 156 872 Euro in die eigene Tasche. Jetzt musste sich die 42-jährige Frau wegen 445 Fällen von Unterschlagung vor dem Starnberger Schöffengericht verantworten.

Gauting Der heimliche Griff in die Kasse verschaffte einer Verkäuferin über Jahre eine verlässliche Einnahmequelle. Zwischen 2013 und 2017 steckte die Angestellte eines Gautinger Supermarktes stolze 156 872 Euro in die eigene Tasche. Jetzt musste sich die 42-jährige Frau wegen 445 Fällen von Unterschlagung vor dem Starnberger Schöffengericht verantworten.

Der Trick war simpel und funktionierte über die lange Zeit: Die Verkäuferin fingierte Stornos. In der Gerichtsverhandlung machte die angeklagte Gautingerin sogleich reinen Tisch und schilderte sachlich, wie sie regelmäßig Waren stornierte: „Am Anfang war es versehentlich. Dann habe ich zwischen zwei Kunden einen Storno gemacht und das Geld herausgenommen. Das hätte jeden Abend auffliegen können.“ An manchen Tagen entnahm die 42-Jährige sukzessive bis zu 1200 Euro aus der Kasse. Kurioserweise kam die Sache erst nach vier Jahren ans Tageslicht, als die Marktleiterin dann doch stutzig geworden war und anfing, zu recherchieren.

Ein gravierendes Tatmotiv habe nach Angaben der Angeklagten nicht vorgelegen. Auf Nachfrage sagte die alleinerziehende Gautingerin: „Gebraucht habe ich das eigentlich nicht. Wir haben es für Kino, Essen oder Urlaub ausgegeben.“ Zurückgezahlt hat die derzeit nicht berufstätige Frau das unterschlagene Geld noch nicht, kündigte jedoch an, nach Prozessende beruflich wieder durchzustarten und den Schaden wieder gutmachen zu wollen: „Der Plan ist, zu arbeiten und das Geld zurückzuzahlen.“

Die Staatsanwältin kreidete der bisher unbescholtenen Angeklagten vor allem den Missbrauch des Vertrauensverhältnisses zu ihrem Arbeitgeber an. Der Verteidiger hielt seiner Mandantin deren Ehrlichkeit zu Gute: „Erfrischend. Sie hat alles ohne Muh und Mäh eingeräumt. Sie steht ihre Frau.“

Die Gautingerin darf auf freiem Fuß bleiben. Die von Richterin Christine Conrad verhängte Haftstrafe wurde zur Bewährung ausgesetzt. Zudem ordnete das Gericht die Einziehung von 156 872 Euro Wertersatz sowie die 240 Sozialstunden an. Pluspunkt gab es auch vom Schöffengericht für die Offenheit der Angeklagten. „Gleich bei der ersten Konfrontation waren Sie vollumfänglich geständig“, sagte Richterin Conrad. nh

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