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Wasserbälle waren eine Attraktion beim Gautinger Marktsonntag im Frühjahr 2016.

Gautinger Einzelhandel

Marktsonntag nur noch im Ortszentrum

Wenn am 7.Mai in Gauting Marktsonntag ist, bleiben die beiden Gärtnereien am Ortsrand von Buchendorf geschlossen – erstmals. Grund: Die Regierung hat verlangt, das örtliche Regelwerk für verkaufsoffene Sonntage der Gesetzeslage anzupassen.

Gauting – Nach der aktuuellen Gesetzeslage sind Geschäftsöffnungen an Marktsonntagen auf das Ortszentrum zu beschränken. Der Gautinger Gemeinderat hatte zunächst keine andere Wahl, als diesem Verlangen zu entsprechen. Ariane Eiglsperger (parteifrei) empfahl, sich mit einer Petition an den Landtag zu wenden

„Ärgerlich“ sei der Ausschluss vom Marktsonntag für die Gärtnereien in Buchendorf, sagt einer der Betreiber, Wolfgang Kiefl. „Wir haben alles versucht“, um die geänderte bayerische Verordnung wieder vom Tisch zu bekommen, erklärte Bürgermeisterin Dr. Brigitte Kössinger in der Gemeinderatssitzung. Das Landratsamt saß dem gemeindlichen Ordnungsamt schon seit Oktober 2015 im Nacken. Nach dem geänderten Ladenschlussgesetz dürfen Verkaufsstellen jetzt höchstens an vier Sonn- und Feiertagen im Jahr öffnen. Geöffnete Geschäfte außerhalb des Marktsonntagsbetriebes im Ortszentrum seien unzulässig, verwies die Bürgermeisterin auf Urteile der Bayerischen Verwaltungsgerichte.

Britta Hundesrügge (FDP) wollte das Regelwerk überhaupt nicht einleuchten: „Wenn es hier in Strömen regnet“, sei die Bahnhofstraße an Marktsonntagen leergefegt, argumentierte die Liberale. Im Gartencenter Kiefl in Buchendorf sei es dann dagegen voll. „Was droht uns denn, wenn wir uns nicht an die Vorgaben halten“, wollte Hundesrügge wissen. „Bußgeld oder Ersatzvornahme“, antwortete die Rathauschefin. Zähneknirschend verabschiedete die Ratsmehrheit die geänderte Verordnung: Marktsonntage sind demnach aufs Ortszentrum zwischen Pippinplatz, Bahnhofstraße, Haupt-, August-Hörmann-Platz, Starnberger- und Münchener Straße beschränkt.

„Wir sind jetzt die Dummen“, ärgert sich Gärtnermeister Kiefl. Die geänderte Verordnung hätten große Möbelhaus-Filialen auf der grünen Wiese ausgelöst. Sie gehe zu Lasten der mittelständigen Gärtnereien. Sein Buchendorfer Betrieb sei der erste Präzedenzfall im Freistaat, sagt Kiefl. Der Geschäftsführer des Bayerischen Gärtnereiverbands führe bereits Gespräche auf Regierungsebene. Da müsse Ministerpräsident Horst Seehofer selber ran. Seit es Marktsonntage in Gauting gebe, seien es seine Kunden gewohnt, „dass wir geöffnet haben“, erklärt der Gärtnermeister. Beim Marktsonntag im Frühjahr 2016 „hatten wir 700 Zahlende an der Kasse“. Kiefl: „Am nächsten Marktsonntag fahre ich fort.“ Vor die Ladentür hänge er dann ein Schild: „Gemeinde und Landratsamt haben die Öffnung verboten.“

Christine Cless-Wesle

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