Neustrukturierung der Polizeiinspektionen

Verzicht auf Landschaftsschutz für neue Dienststelle

  • schließen
  • Michael Stürzer
    schließen

Im Zuge der Neustrukturierung der Polizeiinspektionen in der Region sollen die Dienstbereiche an bestehende Landkreisgrenzen angepasst werden. Dass Krailling, das derzeit großteils von der PI 46 betreut wird, dann der Gautinger Inspektion zugeschlagen wird, ist laut deren Leiter Ernst Wiedemann beschlossene Sache.

Gauting/Krailling–  Die Umstrukturierung soll nach Fertigstellen der neuen Gautinger Inspektion geschehen. Der Weg dafür wurde diese Woche geebnet: Der Ausschuss für Klimaschutz, Umwelt und Mobilität des Kreistags stimmte für die Einleitung eines Verfahrens zur Herausnahme von rund zwei Hektar Fläche am westlichen Ortsrand von Gauting aus dem Landschaftsschutzgebiet.

Alte Dienststelle beengt und in schlechtem Zustand

Die dringend benötigte, neue Dienststelle soll am Kreisverkehr Ammersee-/Pentenrieder Straße entstehen. Die heutige Wache ist nicht nur beengt, sondern auch in einem erbärmlichen Zustand. Zudem sollen die Gautinger Beamten künftig auch Gilching (derzeit bei Germering) mitbetreuen. Baubeginn soll im Herbst nächsten Jahres sein, 2021 will man das Gebäude beziehen.

Die Gemeinde Gauting hatte ihren Antrag zur Herausnahme mit einem seltenen Schritt begleitet: Sie bot an, eine ebenso große Fläche unweit von Oberbrunn ins Landschaftsschutzgebiet aufzunehmen. Dies sei erst kurzfristig möglich gewesen, sagte die zuständige Geschäftsbereichsleiterin im Landratsamt, Julia Andersen, in der Sitzung. Neuaufnahmen in den Landschaftsschutz sind im Kreis eine Ausnahme. Dieser Kniff half etwas, vor allem aber die Bauabsicht des Freistaates für die Polizei.

Polizei wichtiger als Landschaftsschutz

Anton Maier (Grüne) erklärte, die Polizei mit ihrer wichtigen Aufgabe gehe vor Landschaftsschutz. Fraktionskollegin Barbara Wanzke erklärte , das neue Gebiet sei besser als das, was man heute dort vorfinde. Elisabeth Fuchsenberger (SPD) stimmte zu, weil die Polizei ordentlich arbeiten können müsse. Die Zustimmung der anderen Fraktionen war vorher klar.

Starnbergs Landrat Karl Roth will einen Vorschlag aus dem Ausschuss weiterverfolgen, im Polizeineubau eventuell Wohnungen für Beamte vorzusehen. Möglich wäre dies und „ein gutes Zeichen“.

Eine Aufnahme ins Landschaftsschutzgebiet gibt es auch an anderer Stelle im Würmtal. Die nach Flächentausch zwischen Krailling und Germering (wir berichteten) im Bereich der ehemaligen Kaserne dem Landkreis zugeordneten Flächen (9,5 Hektar) werden unter Schutz gestellt. Das gilt auch für die abgegebenen Flächen (9,9 Hektar). Germering will auf einem Teil des übertragenen Areals ein Kunst- und Kulturzentrum einrichten. Der Kreistag muss dem noch zustimmen. 

Auch interessant: Petition für Erhalt von Bannwald gescheitert.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Gefangen zwischen Sucht und Depression
Beim Suchtpräventionstag am Gautinger Otto-von-Tauber-Gymnasium erzählten zwei Betroffene den Schülern von ihrem Schicksal. Zudem entstand unter den Schülern eine …
Gefangen zwischen Sucht und Depression
Vor vier Jahren starb Leo (13) beim Rudern: Bis heute ist ungeklärt, wer den Unfall verschuldete
Über vier Jahre sind seit dem tödlichen Ruderunfall eines Münchner Schülers (13) vergangen – und noch immer gibt es keinen Prozesstermin. 
Vor vier Jahren starb Leo (13) beim Rudern: Bis heute ist ungeklärt, wer den Unfall verschuldete
Fußgänger und Radler brauchen Geduld 
Was Rad- und auch Fußwege angeht, ist in der Gemeinde Seefeld weiter Geduld gefragt. 
Fußgänger und Radler brauchen Geduld 
Auto im Schaufenster der ehemaligen Buchhandlung
Ein Auto ist am Samstagmorgen im Schaufenster der ehemaligen Buchhandlung Greiner an der Starnberger Ludwigstraße gelandet. Die 73 Jahre alte Fahrerin erlitt leichte …
Auto im Schaufenster der ehemaligen Buchhandlung

Kommentare