Die Corona-Pandemie verändert auch die Polizeiarbeit.
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Die Gautinger Polizei zieht Bilanz für 2020 (Symbolfoto)

Kriminalität 2020: Zahl der Straftaten geht kaum zurück

Viele falsche Polizisten und Trickbetrüger in und um Gauting aktiv

Trotz Corona und Lockdown sind die Straftaten rund um Gauting nicht weniger geworden. Eine Erklärung: Falsche Polizisten und andere Trickbetrüger waren im Jahr 2020 sehr aktiv.

Gauting – Die Zahl der Straftaten im Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Gauting ist 2020 kaum zurückgegangen – es waren lediglich vier weniger, nämlich 670 statt 674. Polizeichef Ernst Wiedemann kennt den Grund: Es habe „unwahrscheinlich viele“ Fälle von Betrugsanrufen falscher Polizisten und dergleichen gegeben. Das ist immer noch so, wie ein Fall falscher Microsoft-Mitarbeiter diese Woche zeigte.

Diese Betrugsversuche haben den generellen Trend, dass im Corona-Jahr weniger Straftaten verübt wurden, wieder ausgeglichen. Nimmt man die Betrugsversuche aus der Rechnung, ist die Sicherheitslage besser geworden. Die sogenannte Häufigkeitszahl (Straftaten pro 100 000  Einwohner) ist gesunken.

Die Straßen Gautings sind sicherer geworden

Die Straßen Gautings sind in jedem Fall sicherer geworden. So ging die Zahl der Sachbeschädigungen an Pkw von 49 auf 24 deutlich zurück, auch normale Sachbeschädigungen gab es weniger (95 statt 121). Rohheitsdelikte (Raub, einfache, gefährliche und schwere Körperverletzungen) sind ebenfalls deutlich zurückgegangen von 142 im Jahr 2019 auf 99 im vorigen Jahr. Dabei ist die Aufklärungsquote mit fast 89 Prozent sehr hoch. „Die Zahl der Wohnungseinbrüche, auch versuchte Wohnungseinbrüche, ist von sieben auf sechs Delikte gesunken“, berichtet Wiedemann. Es gab auch Zuwächse. So waren es 14,3 Prozent mehr Vermögens- und Fälschungsdelikte, wozu die Betrugsanrufe gehören (168 statt 147). Auch in diesem Bereich konnte die Polizei vergleichsweise viele Fälle klären (72,6 Prozent). 100 Prozent Aufklärungsquote hat die Polizei Gauting bei Rauschgiftdelikten, deren Zahl von 32 auf 57 Fälle gestiegen ist. Insgesamt lag die Aufklärungsquote bei 65,2 Prozent.

Rund 110 Ordnungswidrigkeiten hat die Inspektion wegen Corona-Verstößen angezeigt. Diese werden über das Landratsamt geahndet – was gut klappt, wie Ernst Wiedemann betont.

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