+
Friedhofsgärtner Ludwig Adolf zeigt auf ein Negativbeispiel einer Grabbepflanzung in Gauting. 

Waldfriedhof Gauting

Konsequent gegen Wildwuchs

Die Gemeinde Gauting wird in Zukunft die Friedhofssatzung konsequenter durchsetzen. Der Grund: Wildwuchs. 

Gauting – Ein zehn Meter hoher Kirschbaum, der in der Friedhofsmauer Schäden verursacht, eine wuchernde Eibe, die unter der nächsten Schneelast zusammenbrechen könnte, und ein prächtiger roter Ahorn sind nur drei Beispiele, negativer wie positiver Art, aus dem Gautinger Waldfriedhof, die die Baumsachverständigen Lena Wilms und Andreas Detter dem Gemeinderat präsentierten. Die Gemeinde wird künftig konsequent die Friedhofssatzung bei privaten Anpflanzungen anwenden, die Nachbargräber beeinträchtigen oder die Verkehrssicherungspflicht fordern.

Der von der Verwaltung zuletzt mit Nachdruck verfolgte Rückschnitt von Hecken an den Grundstücksgrenzen hatte für Aufregung gesorgt (wir berichteten). Jetzt sind auch die Friedhofsgärtner gehalten, mit der Satzung unterm Arm gegen Auswüchse im Waldfriedhof vorzugehen. Von Grabnutzern gesetzte Anpflanzungen seien noch nie zurückgeschnitten worden oder beschädigten durch ihre Wurzeln die Friedhofsmauer. erläuterte Naturschutzbeauftragte Magdalena Bahr das Problem. Die Experten der Gautinger Firma TreeConsult unterstrichen dies mit Fotos: Sie zeigen zum Beispiel eine stattliche Riesen-Thuja, die irgendjemand mal direkt an die Friedhofsmauer gesetzt, aber nie zurückgeschnitten hatte. Sie verursacht Risse an der Mauer des Waldfriedhofs. Hohe Säuleneiben wurzelten in die Hecke. Eine ungepflegte Thuja wuchere von unten in die Krone einer Linde – und verschatte dabei ein Grab. Am schwerwiegendsten seien Risse in den Stämmen von Bäumen, verwies die Sachverständige Lena Wilms auf die Verkehrssicherungspflicht der Gemeinde.

Es gibt auch Positivbeispiele wie eine regelmäßig zurückgeschnittene kleine Eibe auf einem Grab. Nicht satzungskonform sei zwar der schöne rote Ahorn, der gleich zwei Gräber überschattet, aber dieser Laubbaum füge sich ein.

Die Gemeinderäte diskutierten durchaus kontrovers. „Mir ist schleierhaft, wie jemand auf die Idee kommt, einfach rund um sein Familiengrab Bäume zu pflanzen“, sagte Angelika Högner (CSU). Nur wenn der Baum gepflegt werde und nicht störe, solle er bleiben. Andernfalls sollte die Friedhofsverwaltung tätig werden. „Keinen Handlungsdruck“ sah Heinrich Moser (Grüne): Nur bei Schäden oder wenn die Verkehrssicherungsplicht verletzt werde, solle die Verwaltung tätig werden. Mit 18:6 bekräftigte der Rat das Regelwerk, denn: „Wenn wir unsere Satzungen nicht anwenden, können wir sie uns gleich schenken“, sagte Stephan Ebner (CSU).

cc

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Illegales Motorradrennen und Drängler mit Irokesenschnitt: Polizei sucht Zeugen
Ein illegales Rennen Motorradrennen – und ein Drängler mit Starnberger Kennzeichen: Gleich zwei Fälle auf der A 95 am Sonntag beschäftigen derzeit die …
Illegales Motorradrennen und Drängler mit Irokesenschnitt: Polizei sucht Zeugen
Zwei Einbrüche in Herrsching
Zwei Einfamilienhäuser in Herrsching fielen Einbrechern in den vergangenen Tagen zum Opfer. 
Zwei Einbrüche in Herrsching
Geparkter Toyota beschädigt
Ein bislang unbekannter Täter beschädigte am Sonntag einen geparkten Pkw und beging laut Polizeiangaben daraufhin Unfallflucht.
Geparkter Toyota beschädigt
Junger Vater gesteht und leistet Abbitte
Ein 36-jähriger Gilchinger stand am Samstag vor dem Starnberger Schöffengericht, weil er Drogen verkaufte. 
Junger Vater gesteht und leistet Abbitte

Kommentare