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Idylle an der Würm in Gauting: Das Wasserrad soll komplett restauriert werden.

Industriedenkmal

Wasserrad wird auf neue Füße gestellt

Schon lange steht das sanierungsbedürftige Wasserrad an der Würm in Gauting still. Mit der Ruhe dürfte es bald vorbei sein. Der Bauausschuss hat den Auftrag für eine neue Unterwasser-Konstruktion bewilligt. Für knapp 57 000 Euro wird die Gebrüder Spezialtiefbau GmbH aus Neuried die Arbeiten ausführen.

Gauting„Mein Gott, wie siehst Du denn aus. Nur noch Haut und Knochen“, hatte Gemeinderat Richard Eck (UBG) in seiner Haushaltsrede 2015 das still gelegte Industriedenkmal am Lederersteg betrauert. Denn die Holzschaufeln, die einst die Stromversorgung der Haerlinschen Papierfabrik gesichert hatten, ragen derzeit als reglose Kraken aus dem Wasser. Bei einer Kontrolle hatten Bauhofmitarbeiter festgestellt, dass Lagerung und Welle des Rades instandgesetzt werden müssen. Weil bereits Schmierfett aus den Lagern lief, war das Wasserrad ganz still gelegt worden. Weitere Überprüfungen ergaben: Nicht nur das Rad mit den Schaufeln muss komplett demontiert und restauriert werden, sondern auch dessen gesamte Unterkonstruktion samt Rammpfählen in der Würm. Die Restaurierung des Rades selbst war bereits an die Fachfirma Martin Impler vergeben worden.

Gemeinderat und Bürger lassen sich den Erhalt des Industriedenkmals etwas kosten. Schon im Vorjahr waren unter „Heimatpflege Brauchtum“ 120 000 Euro in den gemeindlichen Haushalt eingestellt worden. Fast 17 000 Euro hatten die Bürger für den Erhalt des Wasserrades gespendet. Schließlich erinnert das Industriedenkmal an Gautinger Firmen wie Haerlinsche Papierfabrik oder Webasto Stockdorf, die sich seit Ende des 19. Jahrhunderts an der Würm angesiedelt hatten – und deren Wasserkraft nutzten. Auch im Gemeindewappen mit Kaiser-Krone prangt ein goldenes Rad: Es symbolisiert den Sagen umwobenen Geburtsort Karls des Großen – die Reismühle südlich von Gauting.

Doch gut Ding will Weile haben. Die aufwändige Erstellung der Unterkonstruktion für das Wasserrad am Lederersteg war jetzt beschränkt öffentlich ausgeschrieben worden. Von vier Bietern kam die Tiefbaufirma aus Neuried zum Zuge: Mit knapp 57 000 Euro machten die Gebrüder Huber nämlich das wirtschaftlichste Angebot. Jetzt kann es also losgehen: Erst wird das Industriedenkmal abgebaut, restauriert und neu montiert. Vielleicht stehen Radler, Spaziergänger und Kinder schon im Herbst am Lederersteg und schauen andächtig zu, wie sich das Wasserrad wieder in der Würm dreht.

Christine Cless-Wesle

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