Es schneit beim Landgasthof Böck – aber nur aus der Schneekanone. Die Wirte Anjuli und Simon Wankerl freuen sich auf ihren Christkindlmark-Drive-in. Mitarbeiter Christoffer Grundmann hat sich für eine Testfahrt schon mal ins Auto gesetzt. Der Markt öffnet erstmals am Freitag.
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Es schneit beim Landgasthof Böck – aber nur aus der Schneekanone. Die Wirte Anjuli und Simon Wankerl freuen sich auf ihren Christkindlmark-Drive-in. Mitarbeiter Christoffer Grundmann hat sich für eine Testfahrt schon mal ins Auto gesetzt. Der Markt öffnet erstmals am Freitag.

Am Landgasthof Böck in Unterbrunn

Christkindlmarkt Drive-in mit Schnee-Garantie: Das planen die Veranstalter

  • Tobias Gmach
    vonTobias Gmach
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Glühwein- und Mandelstände, eine lebendige Krippe, eine Schneekanone und Live-Musik: Der Christkindlmarkt am Landgasthof Böck bietet eine Menge Attraktionen. Die Besucher erkunden sie aber nicht zu Fuß – sie sitzen dabei im Auto.

Unterbrunn – Das Jahr 2020 zeigt, was im Auto sitzend alles möglich ist – und zwar mehr als Essen vom Lieblingsitaliener abzuholen oder Filme auf der großen Leinwand anzuschauen. Mit dem „Maifest Drive-in“ haben Anjuli und Simon Wankerl, Betreiber des Unterbrunner Landgasthofs Böck, ihre Kreativität heuer bereits bewiesen. Mit ihren Mitarbeitern reichten sie im Frühsommer halbe Hendl und Schweinshaxen durch die Autofenster, untermalt vom Alpenrock der Live-Band „Wuidara Pistols“. An diesem Wochenende werden es Maroni, Crêpes, Eintöpfe, Bratwürste, heißer Caipirinha und Glühwein sein. Denn diesmal laden die Wankerls zum Christkindlmarkt-Drive-in.

Schlange stehen sollen die Autos im Böck-Hof von Freitag, 27. November, bis Sonntag, 29. November, sowie von Freitag, 4. Dezember, bis Sonntag, 6. Dezember, jeweils von 14 bis 20 Uhr. „Es macht den Leuten aber nichts aus, wenn sie warten müssen“, sagt Anjuli Wankerl aus Erfahrung. „Sie sind in Corona-Zeiten nicht gestresst. Und außerdem sorgen wir ja für Highlights.“

Ja, es soll aus dem Auto heraus eine Menge zu sehen geben: Schnee aus der Kanone, eine große Weihnachtskutsche schon an der Einfahrt und eine lebendige Krippe, dargestellt vom Burschenverein Unterbrunn. Die Burschen werden auch Karten mit dem Marktangebot an die ankommenden Gäste verteilen, ein paar hundert Meter, bevor sie am ersten Stand ankommen, der Kasse.

Glühwein in der Flasche - oder direkt in die Thermoskanne

Dort wird Anjuli Wankerl sitzen, neben Christstollen, Plätzchen und selbstgebranntem Schnaps. Bei ihr können die Autofahrer bestellen, bar und mit EC-Karte zahlen. An den nächsten Ständen kriegen sie dann ihre georderten Weihnachtsprodukte gereicht – „wie bei McDonald’s“, sagt Wankerl. Den Glühwein kann man übrigens in der Flasche für Zuhause kaufen, ihn aber auch vor Ort in die Thermoskanne abfüllen lassen.

Der große Hof im Gautinger Ortsteil Unterbrunn eigne sich perfekt für den Drive-in. Dank zweier Zufahrten könne man eine Einbahnstraße garantieren, erklärt Wankerl. Sie ist schon seit mehr als zwei Wochen mit den Vorbereitungen beschäftigt. Lichterketten mussten aufgehängt, die Buden platziert werden. Vier davon stellt die Gemeinde Gauting zur Verfügung, Bürgermeisterin Dr. Brigitte Kössinger habe sich dafür eingesetzt, sagt Wankerl. Am Dienstag wurden 60 Christbäume für den Verkauf geliefert. Unterstützung gibt’s wie beim Maifest-Drive-in auch diesmal von der Familie Eberhardt. Sie bietet an ihrem Stand Süßes wie gebrannte Mandeln oder Lebkuchen.

„Es geht darum, unsere Mitarbeiter zu beschäftigen und zu halten“

Fragt man die Gasthof-Betreiberin, warum sie mit ihrem Mann das alles auf die Beine stellt, hat sie mehrere Antworten parat. Den Leuten eine gute Zeit bescheren, oder genauer gesagt, „zehn Minuten Weihnachtszauber“, ist eine davon. Die zweite: „Wir müssen was zu tun haben. Sonst ist uns unglaublich langweilig.“ Bei der dritten Antwort klingt Wankerl etwas ernster: „Es geht darum, unsere Mitarbeiter zu beschäftigen und zu halten.“

Die Wahl auf den Auto-Christkindlmarkt sei auch aus Sicherheitsgründen gefallen. „So bilden sich keine Menschentrauben vor den To-Go-Buden. Der Infektionsschutz ist uns sehr wichtig“, sagt die Gastronomin. Deshalb treten auch keine Bands in Vollbesetzung auf. Aber Solo-Musiker. Erik Berthold aus Weßling und Matthi Birkmeyer, Frontmann der „Wuidara Pistols“, werden mit ihren Gitarren zwischen den Autos unterwegs sein.

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