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Der Vorstand des deutsch-französisch-englischen Partnerschaftsvereins will Jüngere heranlassen. Doch Renate Grossmann, Jürgen Reuter, Ruth-Maria Schmid-Burgk, Ulrike Starp und Vorsitzende Renate Dengler haben derzeit wenig Hoffnung.

Weil der Nachwuchs fehlt

Partnerschaftsverein droht Auflösung

Der deutsch-französisch-englische Partnerschaftsverein (dfev) ist in Not: Sollten sich 2018 keine jüngeren Kandidaten für den Vorstand finden, muss der Verein aufgelöst werden. Unterdessen sucht das Gautinger Rathaus nach neuen Möglichkeiten.

Gauting – Der Vorstand des deutsch-französisch-englischen Partnerschaftsvereins Gauting ist seit Jahrzehnten treu und engagiert. „Die amtierenden Vorstände sind seit Gründung 1997 dabei – und jetzt 70 bis 80 Jahre alt“, sagte Vereinschefin Renate Dengler (71) bei der Mitgliederversammlung im Restaurant Forestella. „Falls sich keine jüngeren Kandidaten finden, wird der e.V. aufgelöst“, kündigte sie an.

Denglers dringender Appell verhallt seit einem Jahr ungehört. Keines der aktuell 102 Mitglieder wolle für die Spitze des Partnerschaftsvereins kandidieren, klagte die Stockdorferin in der Mitgliederversammlung. „Ich fürchte, dass es bei der nächsten Wahl im Februar 2018 zum Showdown kommt.“ Mangels Kandidaten werde der Verein dann wohl oder übel aufgelöst. Für den Fortbestand der Gautinger Partnerschaft mit dem südfranzösischen Clermont l’Hérault und dem englischen Patchway müsse dann eine andere Lösung gesucht werden.

„Möglicherweise hat sich das Modell Verein überlebt“, sagte die 71-Jährige. Zu den Stammtischen sei im Vorjahr fast nie jemand gekommen. Der achtköpfige Vorstand blieb in der Regel unter sich. Auch das Interesse am Programm mit Museumsbesuch oder Herbstwanderung sei gering gewesen. Projekte zwischen Vereinsspitze, dem Gautinger Partnerschaftsbeauftragten Wilhelm Rodrian, Gymnasium und Realschule liefen zwar. „Aber es fehlt der Nachwuchs aus der mittleren Generation und der Jugend“, sagt Dengler.

Vizebürgermeister Dr. Jürgen Sklarek bedauert diese Entwicklung. „Partnerschaften sind wichtiger denn je“, sagt er. „Dem nationalen Druck mit einer Marine Le Pen in Frankreich müssen wir entgegenwirken“ – auch über den Jugendaustausch mit Clermont l’Hérault. Die Gautinger Partnerschaft mit dem südfranzösischen Städtchen besteht seit 44 Jahren. Und trotz Brexit arbeite das Gautinger Rathaus mit der britischen Partnerstadt gut zusammen. Er hofft auf engagierte junge Leute für den dfev. Schließlich profitiere gerade die Gautinger Jugend von diesen langjährigen Verbindungen.

„Es täte mir sehr leid, wenn der Verein mangels Jugend wegbrechen würde“, ergänzte der Partnerschaftsbeauftragte Wilhelm Rodrian. Leider sei auch die Verbindung zwischen Rathaus Gauting und Clermont l’Hérault eingeschlafen. „Zur Trio-Partnerschaftsfeier im Mai in Patchway wird lediglich der neu gewählte Bürgermeister Salvador Ruiz für einen Tag einfliegen. Mehr passiert von Clermonter Seite nicht“.

Ein Krisengespräch zur Zukunft der Partnerschaften hat Bürgermeisterin Dr. Brigitte Kössinger für 30. März anberaumt. Eine Partnerschaft benötige nicht unbedingt einen eigenen Verein, so Dengler, „sondern Leute, die das machen“.     cc

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