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Auf der Suche nach den ausgesetzten Tieren: Gewässerpächter Peter Sickinger (r.) nimmt mit seinen Kollegen immer wieder Bestandskontrollen vor.

Bestandsrückgang

Weniger Fische in der Würm

Der Pächter beklagt in diesem Jahr ein niedrigeres Fangergebnis in seinen Gewässern zwischen Grubmühl und Pasing. 

Gauting – Ist der Fischbestand in der Würm gefährdet? Das befürchtet zumindest die Stadtrats-Fraktion der Münchner Grünen in einem Antrag. Die Grünen kritisieren, dass wegen einer Kneipp-Anlage in Allach der dortige Seitenarm der Würm immer wieder derart niedrige Wasserstände aufweise, dass der Fischbestand in der Würm gefährdet sei. Peter Sickinger aus Gräfelfing, der die Fischereirechte etwas weiter würmaufwärts besitzt, sind ebenfalls ein niedriger Wasserstand und geringe Fangquoten aufgefallen. Für die zurückgehende Anzahl von Fischen könne es aber verschiedene Gründe geben.

„Der Wasserstand der Würm ist meiner Beobachtung nach in der Tat zurzeit sehr niedrig, es fehlen schon rund zehn Zentimeter“, sagt Sickinger, der einen acht Kilometer langen Abschnitt zwischen Grubmühl bei Gauting bis zur Pasinger Stadtgrenze gepachtet hat und dort fischt. „So niedrig war er in den letzten zehn Jahren nie.“ Auch sein Fangergebnis sei heuer mit rund 30 bis 35 Prozent unter dem Normalniveau „sehr mau“. Dies könne aber auch andere Gründe haben als den niedrigen Wasserstand. „Vermutlich ist die Wasserqualität zu gut, und es gibt viel ungenutztes Futter im Wasser – zu eiweißhaltiges Wasser mögen die Fische aber nicht“, sagt Sickinger.

Er selbst habe zwar keine toten Fische in der Würm gesehen. Ein anderer befreundeter Fischer, der auch an der Würm tätig ist, habe ihm aber bereits ebenfalls berichtet, dass er zurzeit wenig fischen könne. Bei Renken sei zudem auffällig: Es gebe zwar insgesamt eine gewisse Zahl, aber „kaum mehr große“, beobachtet Sickinger. Er selbst habe in den vergangenen Jahren dreimal „für viel, viel Geld Fische in die Würm eingesetzt, jetzt sind davon kaum mehr Fische da.“ Dass der Fischbestand in der Würm aber komplett gefährdet sei, glaubt Sickinger nicht. „Da braucht es schon ganz andere Sachen als einen Wasserstand dieser Höhe.“ Manche große Vögel bräuchten täglich das Drei- bis Vierfache ihres Körpergewichts an Fischen als Nahrung. „Wenn die an die Würm kämen, würden die richtig abräumen.“ Manche von ihnen „fischen mehr als wir Fischer“. Die Biber-Population sei ebenfalls wichtig.

Die Kneipp-Anlage habe mit dem Aussterben von Fischen nichts zu tun, sagt Sickinger. Ein Kneipp-Bad sei „etwas völlig natürliches, es werden keine chemischen Zusatzstoffe in das Wasser gegeben“.    Peter Seybold

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