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Nummer 65: Die Unterbrunner mit ihrer Beute 2016.

Maifeiern

Der Wille ist da, allein es fehlt die Gelegenheit

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Wer heuer zünftig in den Mai feiern will mit Maibaumaufstellen, Tanz um den Baum und allem was dazu gehört, hat zwischen Starnberger und Ammersee eine vergleichsweise kleine Qual der Wahl. Das Angebot an einschlägigen Veranstaltungen ist am 1.Mai überschaubar.

Landkreis– Neue Maibäume wachsen am kommenden Montag nur in Gauting, Hadorf, Hochstadt, Oberbrunn, Pentenried und Pöcking sowie in Walchstadt und Etterschlag in den weiß-blauen Himmel. Im Berger Ortsteil Farchach haben die Burschen einen neuen Baum bereits vor einigen Tagen in die Dorfmitte gestellt und werden am 1. Mai rund um das frisch lackierte Wahrzeichen feiern können, ohne viel Schweiß zu verlieren.

Auch sonst ist in diesem Jahr bei traditioneller Brauchtumspflege rund um den 1.Mai Schmalhans Küchenmeister. Überhaupt kein Lebenszeichen senden derzeit die einschlägig bekannten Maibaumdiebe. Selbst die Weltmeister aus Unterbrunn haben heuer noch keinen Stich machen können, muss Oberbursch Hermann Geiger einräumen.

Mit drei Fahrzeugen auf der Suche

Seite Ende März sind die Späher aus dem Gautinger Ortsteil unterwegs. „Teilweise sind drei Fahrzeuge im Einsatz“, berichtet Geiger. Das eine oder andere Beutestück habe man dabei im Auge gehabt, „aber eine passende Gelegenheit zum Zugriff hat sich nicht ergeben“. Sind die Maibaumdiebe müde geworden? Ist ihnen das Personal ausgegangen? Mitnichten, versichert der Unterbrunner Oberbursch. „Lust haben wir schon. Und wir geben nicht auf.“

Am Willen liegt es nicht. Es gibt nach Geigers Meinung andere Gründe. Er ziert sich etwas, deutlicher zu werden. Denn: „Wir wollen nicht den Eindruck erwecken, dass wir uns aus dem Schmollwinkel für unseren ausbleibenden Erfolg rechtfertigen wollen.“ Tatsache sei allerdings: Nicht wenige neue Maibäume würden erst recht spät „nach Hause geholt“. Die Stämme würden gleich im Holz bearbeitet und blieben dort erst einmal liegen. „Denn aus dem Wald klaut man keinen Baum. Das verbieten die Regeln des Brauchtums.“

Bäume kommen spät nach Hause

Viele neue Maibäume seien in der Region erst nach Ostern ins Dorf geholt worden, hat Geiger beobachtet. „Da bleibt nicht viel Zeit bis zum 1. Mai. Und den Veranstaltern fällt es leichter, Personal für die Baumwache zu bekommen.“ Was den potenziellen Dieben das Handwerk nicht erleichtert. Geiger weist aber darauf hin, es habe auch schon in früheren Zeiten „diebstahllose Jahre“ für die Unterbrunner gegeben. Dennoch müssen die Spezialisten ihr Licht nicht unter den Scheffel stellen. Ihr bislang letzter Maibaumklau war im vorigen Jahr. Damals haben die Unterbrunner den Truderingern das „Stangerl“ entwendet – es war der 65. erfolgreiche Beutezug.

Die Pöckinger Burschen haben ihren Baum am 2. Januar in Niederpöcking aus dem Holz gezogen, bearbeitet und im Wald an anderer Stelle zwischengelagert, bestätigt Oberbursch Stephan Salvermoser. Am 1. April wurde der Stamm nach Hause geholt: „Das bedeutete vier Wochen Wachdienst.“ Er bestätigt, dass der Maibaumdiebstahl insgesamt schwieriger geworden ist. Die Stämme würden sehr gut gesichert. Und niemand wolle den Dieben eine Blöße bieten.

Die Unterbrunner stecken auch heuer bis zur letzten Minute nicht auf. „Zwei Bäume haben wir noch im Visier“, sagt Hermann Geiger. Zweimal pro Nacht näherten sich die Unterbrunner den jeweiligen Standorten. Geiger: „Vielleicht geht ja doch noch etwas.“

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