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Astronautinnen-Auswahl

Daumendrücken für unsere Frau fürs All

Gauting - Eine Gautingerin auf dem Weg ins All und ins Buch der Rekorde: Carleen Kluger hat weiter Chancen, erste deutsche Astronautin zu werden. Morgen geht es in Berlin in die nächste Runde.

Carleen Kluger, Physikerin und Mutter zweier Kinder, hat die nächste Runde des Pionier-Projektes „erste deutsche Astronautin“ erreicht. Am morgigen Mittwoch wird die 28 Jahre junge Gautingerin in Berlin der Öffentlichkeit vorgestellt. Carleen Kluger ist eine der Top-Kandidatinnen für die Mission zur Internationalen Raumstation ISS. Im Jahr 2017 beginnt das Training, unter anderem im Sternenstädtchen bei Moskau oder bei der Nasa in Houston. Ziel ist es, spätestens bis 2020 die erste deutsche Frau zur ISS zu schicken. Wir sprachen mit Carleen Kluger über den Stand des Wettbewerbs.

Sie haben bereits eine Hürde geschafft?

Ja. Wir waren ursprünglich 400 Bewerberinnen für das Pionier-Projekt „erste deutsche Astronautin“ von Claudia Kessler. Jetzt bin ich unter den Top-Kandidatinnen, die zum Kick-Off des Projekts nach Berlin eingeladen wurden. Darunter sind Naturwissenschaftlerinnen, Ingenieurinnen und Pilotinnen. Es ist toll, dabei zu sein. Im nächsten Schritt werden 90 Kandidatinnen das medizinische und psychologische Auswahlverfahren durchlaufen.

Warum wird diese Mission zur Internationalen Raumstation ISS denn nur weiblichen Wissenschaftlerinnen angeboten?

Bisher waren ausschließlich Männer aus Deutschland oben – aber keine einzige Frau. Grundsätzlich bewerben sich für solche internationalen Missionen zur ISS ja ohnehin mehr Männer als Frauen. Trotzdem war das letzte Astronauten-Team der Nasa zum Beispiel fifty fifty besetzt – mit vier Frauen und vier Männern. Doch in Deutschland ist das schon sehr extrem: Da war noch nie eine Astronautin an Bord der ISS.

Was machen Sie eigentlich im Moment?

Ich bin Mutter von zwei Kindern, ein und zweieinhalb Jahre alt. Darüber hinaus arbeite ich am Max-Planck-Institut für Biochemie in Martinsried – für meine Doktorarbeit. Noch in diesem Jahr will ich meine Grundlagenforschung über die Kraftübertragung in Zellen abschließen.

Und wie bereiten sie sich „nebenher“ noch auf die nächste Testrunde zur Astronautin vor?

Carleen Kluger hat weiter Chancen, erste deutsche Astronautin zu werden.allererste deutsche Astronautin im All

Es geht dabei ja nicht darum, dass man Spitzensportler ist, sondern man muss körperlich einfach fit sein, um den Start zu überstehen. Ein Mensch mit völlig durchtrainiertem Körper, der in die Raumstation einsteigt, würde diese Muskelmasse in der Schwerelosigkeit ja sofort wieder abbauen. Deshalb trainiert man dort oben ja auch täglich zwei bis drei Stunden auf Rädern – um dem Muskelabbau entgegenzuwirken. Ich gehe regelmäßig joggen – und jetzt, wo’s so heiß war, war ich mit den Kindern auch beim Schwimmen. Oder ich schiebe die beiden mit dem Radanhänger den Gautinger Bahnhofsberg hoch.

Welche Fähigkeiten braucht eine Astronautin unbedingt?

In jedem Fall benötigt sie eine gute Sehkraft und einen ausgeprägten Orientierungssinn. Da die Schwerkraft-Achse fehlt, weiß sie nämlich nicht, wo oben und unten ist. Denn sie fliegt ja durch den Raum. Wenn es jemandem schon im Flugzeug schlecht wird, ist das für einen Mission zur ISS eher ungünstig. Derzeit lasse ich mich vom Fliegerarzt durchchecken.

Welche Tests müssen Sie noch absolvieren?

Ich hoffe, hierzu mehr bei der Berliner Konferenz am 14. September zu erfahren. Darauf bin ich schon total gespannt – und sehr aufgeregt. Doch die Fähigkeiten, die ich für meine Doktorprüfung brauche, nämlich technisches Verständnis, Merkfähigkeit und Konzentration, kann ich auch für die Astronauten-Prüfung nutzen.

Sind Sie denn die einzige junge Mutter unter den noch 90 Bewerberinnen?

Bei der Internationalen Luftfahrtausstellung im Juni habe ich schon ein paar von den Frauen des Netzwerkes „erste deutsche Astronautin“ kennengelernt. Darunter war aber nur eine Mutter. Und ich weiß nicht genau, wie viele Mütter insgesamt dabei sind: Bei den Akademikerinnen unter 35 Jahren sind Kinder ja doch eher die Ausnahme.

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