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Im Windkanal wird die aerodynamische Qualität der von Gymnasiasten gebastelten Styropor Flieger ermittelt. 

Otto-von-Taube-Gymnasium

Styropor-Flieger im Windkanal

Der Wissenschaftstag am Gautinger Gymnasium hat schon Tradition. Hochbegabte Kollegiaten der TU München erklären ihre Forschungsergebnisse.

Gauting – Für „Jugend forscht“ ist das Projekt schon angemeldet: Beim Wissenschaftstag am Otto-von-Taube Gymnasiums (OvTG) präsentieren Patrik Schäffler und Dominik Uher eine eigene Erfindung. Am Lehrstuhl Informatik der Technischen Universität München (TUM) hatten die beiden TUM-Kollegiaten eine Hardware für die leidige Passwort-Sicherheit entwickelt. Im OvTG-Workshop vermitteln die beiden Informatikstudenten den Zehntklässlern praxisnah, wie man sich grundsätzlich vor Identitätsdiebstahl schützt.

Aus Styropor bauen Schüler-Teams aerodynamisch günstige Flugobjekte. Den Widerstand messen die Workshopleiter Kyian Boetzel, Kevin Burton und Luis Schade im Windkanal. „Wer den kleinsten Widerstand erreicht, ist Gewinner“, erklärt Kevin (17) die Versuchsanordnung. Der Windkanal, der den Auftrieb misst, stammt noch von Vorgängern der heutigen TUM-Kollegiaten, sagt der Kraillinger Kiyan Boetzel (16). Denn das Kooperationsprojekt zwischen der TUM und dem Gautinger Gymnasium gibt‘s schon seit dem Schuljahr 2009/10. Pro Jahrgang werden maximal 15 besonders begabte Oberstufenschüler der MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik) ausgewählt.

Zwei Drittel der Überflieger wurden am Gautinger Gymnasium ausgebildet – zum Teil in der Förderklasse für Hochbegabte, erklärt Vize-Direktor Manuel Wagner. Mittlerweile ist auch das Gymnasium Garching mit von der Partie. Bei der Auftaktveranstaltung mit Showexperimenten wie Glasblasen und Indigo-Farbe herstellen „haben wir mit 34 Kollegiaten im Labor inzwischen Schichtbetrieb“, erzählt Chemie-Dozent Dr. Raimund Marx von der TUM.

Schnittmuster fürs Ballkleid

Beim Gautinger Aktionstag gibt sich der Wissenschaftsnachwuchs durch orangefarbene Tücher oder Krawatten zu erkennen. Paula Löcherer, schon preisgekröntes Mathematik-Genie (wir berichteten), hat ihr Tuch bereits abgelegt. Im Schnittmuster-Workshop erklärt die 17-Jährige Zehntklässlerinnen ihr eigenes Software-Programm. In „Cinderella.2“ hat Paula einen Schieberegler für individuelle Maße eingebaut. „Ein eng anliegendes Ballkleid muss passen.“, erklärt die begeisterte Hobby-Schneiderin ihre Erfindung.

Für die Elektro-Rennwagen des TU-Racing-Teams haben Tim Engelmann und Sjard Simons benutzerfreundliche Ladewagen konstruiert. Damit werden die Riesen-Akkus sicher aus den Boxen gezogen. Tim Engelmann ist der zweite hochbegabte TUM-Kollegiat aus der Familie des Webasto-Chefs. Sein älterer Bruder Jan studiert jetzt Physik in Zürich. Für Tim ist das Berufsziel klar: „Ich will Maschinenbau studieren.“ Sein Vater, Betriebswirt Holger Engelmann, habe beim Stockdorfer Autozulieferer viel mit Technik zu tun, erklärt Tim die Begabung der beiden Söhne.

Christine Cless-Wesle

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