Eine bunte Schule: Rund 880 Jugendliche besuchen die Gautinger Realschule. Derzeit können die Fenster des Gebäudes nicht geöffnet werden, nachdem Risse in den Scharnieren gefunden worden sind. Foto: jaksch

Realschule: Mängelbeseitigung zieht sich hin

Gauting - Weitere Hiobsbotschaft von den Baumängeln an der Würmtal-Realschule in Gauting: Der Austauch der Fensterbeschläge wird sich noch länger hinziehen. Die Herstellerfirma ist insolvent.

„Wir hatten wahnsinniges Glück“, betonte Zweckverbandsvorsitzende und Bürgermeisterin Dr. Brigitte Kössinger. Denn alle drei Gutachten haben ergeben, dass mehrere Scharniere an den Fenstern der Gautinger Realschule Risse haben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen fahrlässiger Körperverletzung.

Folge des Vorfalls, als ein Fenster aus dem Rahmen fiel: Seit September müssen große Fenster geschlossen bleiben. Laut Rektor Jahreis reicht die Automatiklüftung aber nicht aus. „Man kann kaum unterrichten.“ Wegen des hohen CO2-Gehalts fehle den Schülern die Konzentration. Kinder mit Asthma hätten Probleme. Doch eine Zwischenlösung ist nicht einfach.

Drei Gutachten brachten unterschiedliche Ergebnisse. Grundsätzlich seien die eingebauten Beschläge sogar für 130 Kilogramm schwere Fenster zugelassen, berichtete Gutachter Metzger. Doch im Material hätten sich feine Risse gebildet. Das Gutachten des Instituts für Fenstertechnik Rosenheim habe wiederum ergeben, dass die Beschläge ungünstig eingestellt seien. Wahrscheinlich sei das Problem eine Mischung aus allem.

Nun werde eine Absturzsicherung eingebaut, so Metzger. Zusätzlich seien Mängel an den Türen zu beheben. Doch weil die Herstellerfirma insolvent ist, muss bei jedem Schritt der Insolvenzverwalter eingeschaltet werden. Die Versammlung beauftragte einen Fachanwalt, da die Mängelbeseitigung unter die Gewährleistung fällt. Auch Ansprüche gegen die Architekturbüros Ansgar Lamott Stuttgart und Rainer A. Köhler Gauting werden geprüft.

„Ein Unglück kommt selten allein“, bedauerte Kössinger das zweite Malheuer. Wie berichtet, hatte eine Reinigungsfirma den Boden der Turnhalle gründlich ruiniert. Im Unterbau habe sich Schimmel gebildet, zeigte Gautings Gemeinde-Geschäftsleiter Joachim Graf anhand von Bildern. Er empfehle, den gesamten Boden durch einen neuen auszutauschen, riet Gutachter Axel Künzinger. Den mit rund 280 000 Euro veranschlagten Schaden übernehme die Versicherung der Putzfirma, so Kössinger. Der Reparaturauftrag wird ohne Ausschreibung direkt vergeben. Damit wäre die Turnhalle ab Ostern wieder nutzbar, sagte Graf.

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