Schwarzfahrer bedankt sich für gerechte Strafe

Gauting - Ein notorischer Schwarzfahrer aus Gauting ist beinahe im Gefängnis gelandet. Seine Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt.

Der 28-Jährige war im Juli 2012 in der S-Bahn zwischen Dachau und Eching ohne gültiges Ticket erwischt und damit bereits zum vierten Mal auffällig geworden. Nun drohte dem Wiederholungstäter aus Gauting eine Vollzugsstrafe.

„Ich war damals finanziell leider ziemlich klamm und bin es auch noch heute“, erklärte der Mann dem Gericht. Er sei im Juli auch „nicht zum Spaß mit der S-Bahn gefahren, sondern zum Job-Einsatz für eine Zeitarbeitsfirma“. Die habe aber so mies gezahlt, dass ein Monatsticket nicht drin gewesen sei, sagte der Gautinger.

Anfangs, 2006, so der Angeklagte, sei er noch auf 1200 Euro im Monat gekommen, „danach wurde es immer schlechter“. Derzeit habe er nur eine Tätigkeit auf 400-Euro-Basis, er lebe in einer Sozialwohnung für einen zu leistenden Eigenanteil von 200 Euro warm. Bei „Festanstellungsfirmen“ finde er einfach keinen Job, berichtete der 28-Jährige von seinen düsteren Perspektiven. Zudem habe er eine psychische Behinderung, könne wegen Höhenangst nicht auf dem Bau arbeiten.

Anklagevertreter und Gericht konstatierten bei dem Leistungserschleicher eine „hohe Rückfallgeschwindigkeit“. Nur einen Monat nach der letzten einschlägigen Verurteilung war er schon wieder erwischt worden. Das Urteil fiel entsprechend deutlich aus: drei Monate, die gerade noch zur Bewährung ausgesetzt wurden.

Der Gautinger schien immerhin kapiert zu haben, was die Stunde geschlagen hatte, und bedankte sich bei Richterin Brigitte Braun ausdrücklich für die „gerechte Strafe“.

Rubriklistenbild: © dpa

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