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Idyllisch und umstritten: Seit 15 Jahren laufen die Planungen für das Grillareal an der Würm in Gauting. Jetzt hat sich der Bauausschuss auf ein Konzept geeinigt.

Weniger Baurecht: Investoren wollen klagen

Ende mit Schrecken: Nach 15 Jahren hat sich eine Bauausschuss-Mehrheit für einen Bebauungsplan für das Gautinger Grillareal am Hauptplatz entschieden. Die Bauherrengemeinschaft ist wegen geringeren Baurechts sauer. Sie will klagen.

Schon am Vorabend der Sitzung am Dienstag hatte der Bauausschuss den Planentwurf von Brigitte Henning des Büros Zwischenräume für das Grillareal in Gauting hinter verschlossener Tür diskutiert. Der Plan liegt der Gemeinde bereits einige Jahre vor. Im Rahmen der öffentlichen Auslegung hatte die Bauherrengemeinschaft (Baderhof GmbH) aber auch den Alternativplan des Büros Lehneis vorgelegt – mit mehr Baumasse und einem großen Biomarkt statt Arkaden im Erdgeschoss.

Schon im Vorfeld der entscheidenden Sitzung am Dienstag kreisten nun E-Mails unter den Gemeinderäten. Rechtsanwalt Florian Köhler, der die Baderhof GmbH, die das Gelände entwickeln will, vertritt, machte darin gegenüber der Gemeinde Schadenersatzforderungen in Höhe von vier Millionen Euro geltend – für entgangenes Baurecht. „Da hat jemand aus nicht-öffentlicher Sitzung gesprochen. Doch ich lasse mich nicht unter Druck setzen“, ärgerte sich Bürgermeisterin Brigitte Servatius in der öffentlichen Sitzung am Dienstag über den Anwaltsbrief.

Anschließend erläuterte Planerin Henning ihren Entwurf. An dieser sensiblen Stelle am Würmufer orientiere sich das Bauvolumen am gegenüberliegenden E-Werk, trug sie vor. Damit die große Masse der beiden Komplexe künftig „schwebt“, plane sie Geschäftsarkaden im Erdgeschoss mit Stadtloggia und Giebelvorbau als Tor zur Bahnhofstraße. Das „Gartenhaus“ an der Schlossstraße habe sie um ein Geschoss reduziert. Doch die Grundeigentümer gäben sich nicht zufrieden. Stadtloggia und offener Vorbau mit zehn Metern Tiefe würden im Gegenentwurf vom Büro Lehneis um die Hälfte gekürzt. Henning: „Die Arkaden sollen ganz entfallen.“ Zu Lasten des öffentlichen Raumes erhöhten die Eigentümer ihr Baurecht auf 4500 Quadratmeter, rechnete die Planerin vor.

Mit acht zu fünf Stimmen sprach sich das Gremium in namentlicher Abstimmung für den Henning-Entwurf aus – mit Geschäftsarkaden und abgespecktem Baurecht.

Der Rechtsanwalt der Baderhof GmbH, Florian Köhler, kündigte Klage an.

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