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Christian Sommer zeigt auf sanierten Riss zwischen Rundbogen und Decke.

Kirchensanierung

Ein Riss und seine Folgen

Gauting - Die dringend notwendigen Sanierungsarbeiten an der Oberbrunner Kirche haben 150 000 Euro verschlungen. Die Gemeinde Gauting spendiert 30 000 Euro dafür.

Die Sanierungsarbeiten an St. Peter und Paul in Oberbrunn sind bereits abgeschlossen. Eile war geboten: Ein zwei Finger breiter Riss klaffte im äußeren Mauerwerk. Rund 150 000 Euro muss die Kirchengemeinde Oberbrunn dafür aufwenden. Rund 70 000 Euro kommen von der Erzdiözese Augsburg, 30 000 Euro spendierte die politische Gemeinde Gauting. Das hat bei den Haushaltsberatungen für harsche Diskussionen gesorgt.

 „Selbst ein Milliardenkonzern wie die katholische Kirche wird mit 30 000 Euro bedacht“, hatte FDP-Gemeinderätin Britta Hundesrügge gewettert und das „Gießkannenprinzip“ bei der Verteilung von Steuergeldern gerügt. Die Sanierung des Oberbunner Gotteshauses sei nämlich prinzipiell Sache der Erzdiözese Augsburg. Vor allem, weil in Gauting überall gespart werde, sogar am Klinge-Preis (wir berichteten). 

„Das war einfach Pech“, brach dagegen der Oberbrunner Gemeinderat Lennart Hofstätter (CSU) eine Lanze für sein Dorf. Als vor zehn Jahren der Würmtal-Zweckverband In Oberbrunn Kanäle verlegte, passierte das Malheur. Bei einspurigem Verkehr wurde in sieben Metern Tiefe auf der damals noch stark befahrenen Hauptstraße gebohrt. „Bei der Kernbohrung wackelte einmal das ganze Dorf“, erinnert sich Kirchenpfleger Christian Sommer. 

Als Folge entstand zunächst ein kleiner Riss im Mauerwerk in der Kirche St. Peter und Paul, die laut Kreisheimatpfleger Gerhard Schober vor rund 150 Jahren an historischer Stelle neu erbaut worden ist. „Für den entstandenen Schaden zahlte der Würmtal-Zweckverband damals eine Ausgleichssumme von nur 3500 Euro“, berichtet Sommer. Doch erst zehn Jahre nach der Kernbohrung hätten sich die geologischen Änderungen im Lehmboden endgültig beruhigt.

Der zunächst kleine Riss im Mauerwerk des Gotteshauses war zuletzt zwei Finger breit. „Am ersten Fenster auf der Südseite brachen sogar Mauerstücke heraus“, sagt der Kirchenpfleger. Vom Würmtal-Zweckverband war laut Lennart Hofstätter nichts mehr zu holen: Nach drei Jahren seien die Schadenersatzansprüche leider verjährt, bedauerte der Christsoziale in den Haushaltsberatungen. Trotz des allgemeinen Sparzwangs votierte eine Mehrheit von 7:5 für den Zuschuss für Oberbrunn. 

Darin enthalten sind auch 10 000 Euro für die Pflasterung des schadhaften Wegs zum Friedhof, für den die Gemeinde ohnehin aufkommen müsste. „Gern hätten wir die Zuschüsse schon zu unserer 150-Jahr-Jubiläum letztes Jahr gehabt“, sagt Sommer. Doch er sei froh, dass sie nun überhaupt flossen. Im nächsten Schritt soll nun das Mauerwerk im Innern von St. Peter und Paul neu verdichtet werden.

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