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Den kirchlichen Segen spendete Dekan Anton Brandstetter der Böllerkanone sowie den Böllerschützen und Vereinsmitgliedern Robert Ruschig, Nikolaus Höger sowie Anton Höger, Lorenz Wastian und Vorstand Johann Geiger (v.l.).

Böllerkanone aus dem Schrottcontainer

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Unterbrunn - Nach mehr als 40 Jahren hat der Krieger- und Soldatenverein Ober-/Unterbrunn wieder eine Böllerkanone. Sie erhielt jetzt den kirchlichen Segen.

Von der neuen Kanone  konnten sich die Teilnehmer des Patrozinium-Gottesdienstes in der Laurentiuskapelle  überzeugen. Bei dieser Gelegenheit segnete Dekan Anton Brandstetter die Kanone. Und weil das Wetter an diesem Abend mitspielte (beim Jahrtag, an dem die Kanone eigentlich hätte eingeweiht werden sollen, hatte es geregnet), setzten die Böllerschützen Robert Ruschig und Nikolaus Höger die Kanone lautstark in Szene „Es hat ordentlich gewumst“, bestätigt Hermann Geiger, der auf Anregung seines Sohnes die Idee für eine neue Böllerkanone umgesetzt hatte.

Und das kam so: Bis in die 1970er Jahre besaß der Krieger- und Soldatenverein noch eine Kanone. Als dann nach der Gebietsreform das alte Rathaus in Unterbrunn abgerissen wurde, war die Kanone plötzlich verschwunden, „spurlos“, sagt Geiger. Fortan begnügte sich der Verein mit einem Standböller.

Vor etwas mehr als zehn Jahren, erinnert sich Geiger, erhielt er von einem Bekannten den Tipp, dass im Container eines Eisenwarenhändlers in Krailling ein Kanonenrohr liege. Geiger, der passionierte Sammler, machte sich gleich auf den Weg in die Nachbargemeinde und holte sich das Rohr. Jahrelang lag es dann bei dem Unterbrunner auf dem Hof. Bis sein Sohn im Frühjahr vorschlug, mit dem Metallrohr doch wieder eine Böllerkanone für den Krieger- und Soldatenverein zu fertigen.

Geiger recherchierte und fand heraus, dass das Rohr aus dem Jahr 1890 stammt. Bei der Recherche kam auch heraus, dass ein benachbarter Verein, die Veteranen in Machtlfing, das gleiche Rohr besitzen. Geiger brachte das alte Stück zu einem Spezialisten und ließ es wieder herrichten. Insbesondere galt es, das eingerostete Schloss wieder flott zu machen. Die Räder und den Bock aus Holz fertigten die Unterbrunner selbst. Kartuschen aus Messing wurden ebenfalls besorgt.

Spannend wurde es, als das wieder hergerichtete Kanonenrohr zur Überprüfung ins Beschussamt nach Rosenheim gebracht werden musste. „Dort wurde die Kanone scharf geladen, abgefeuert und auf Herz und Nieren geprüft“, berichtet Geiger. Das gute Stück hat die Prüfung bestanden und das erforderliche Zulassungszertifikat erhalten.

Bei der Böller-Premiere vor dem Patrozinium-Gottesdienst bekam nicht nur die Kanone den kirchlichen Segen. Den erteilte der Dekan auch den beiden Böllerschützen, damit ihnen bei ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit nichts passieren möge. Stolz verfolgte der langjährige Vorstand des Krieger- und Soldatenverein, Wolfgang Geiger, die Zeremonie. Er selbst hatte an diesem Tag einen ganz persönlichen Grund zum Feiern – die Silberhochzeit mit seiner Silvia. Beide bekräftigten ihren Ehebund bei der kirchlichen Feier vor Gott und den anwesenden Menschen.

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