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Das Gautinger Bosco bleibt für die örtlichen Vereine und Schulen erschwinglich: Der Gemeinderat will nur eine moderate Erhöhung der Mietpreise. 

Gemeinderat rudert zurück

Bosco bleibt für Einheimische bezahlbar

Gauting - Die Miete fürs Gautinger Bosco steigt, aber nicht so schlimm wie erwartet. Der Gemeinderat verwarf den Vorschlag des Finanzausschusses, auch Einheimische massiv zur Kasse zu bitten. Auswärtige müssen deutlich mehr zahlen.

Gautings Schulen, Vereine und karitativen Organisationen können beruhigt sein: Die geplante massive Preiserhöhung für das Bosco kommt vor allem für externe Mieter, nicht für die Einheimischen. Nach einer hitzigen Debatte lehnte eine 13:11-Mehrheit den Tarifvorschlag von CSU-Gemeinderat Stephan Ebner ab. Stattdessen steigen die Bosco-Mieten moderat: Statt 150 Euro zahlen Vereine und Schulen für den großen Saal mit Bühne ab kommendem Jahr 170 Euro. Der Ebner-Vorschlag sah 250 Euro vor. Gautinger Bürger und Gewerbetreibende zahlen künftig 400 Euro für den großen Saal (vorher: 300 Euro). Auswärtige müssen 700 Euro (bisher 500 Euro) berappen. 

Um diesen günstigsten Tarif I fürs Bosco entzündete sich eine hitzige Debatte, die rund 50 Zuhörer verfolgten, darunter Altbürgermeisterin Brigitte Servatius und Vertreter des Theaterforums. „Bitte lassen Sie die Kirche im Dorf!“, forderte Prof. Jürgen Schade (Grüne). Für das Bürger- und Kulturhaus habe Altbürgermeister Ekkehard Knobloch sogar Eigenmittel eingesetzt. Unter seiner Nachfolgerin Brigitte Servatius sei es ausgebaut und intensiv gefördert worden. Dank dem Theaterforums-Vorsitzendem Hans-Georg Krause und Klassikforums-Leiter Rainer A. Köhler sei das Bosco heute eine kulturelle Institution am Ort. Deshalb solle der Tarif I nach zehn Jahren nur moderat erhöht wird, wie es die Verwaltung vorgeschlagen hatte. Bei Steigerungen laut Ebner-Vorschlag stiegen nämlich auch GEMA-Abgaben und Künstlergagen. 

Britta Hundesrügge (FDP) sagte: „Uns ist das Bosco lieb und teuer.“ Deshalb plädiere sie für die moderateren Erhöhungen, denn: „Dann haben wir das Bosco mit im Boot.“ Sauer wurde Michael Vilgertshofer (CSU): Schade mache das Bosco „zum Politikum“. Er habe in einer Mail geschrieben: „Der CSU ist das Bosco ein Dorn im Auge.“ Nun bekomme seine Fraktion die „Rückmeldung, dass wir die Kultur zerstören“. Doch es gehe nur um eine Mietpreiserhöhung. Er wünsche einfach mehr Transparenz darüber, welche Veranstaltung „wir sponsern“. 

Für Julia Ney (SPD) spart der Gemeinderat mit der CSU-Mehrheit „reflexartig“ an Bildung und Kultur. Anne Franke (Grüne) rechnete vor: Wenn sich die Tarife nach Ebners Vorschlag um durchschnittlich 60 Prozent erhöhten, „hätten wir maximal 10 000 Euro mehr“. Sie habe sich „schon gewundert“, dass Rathauschefin Dr. Brigitte Kössinger im Finanzausschuss gegen den Vorschlag ihrer eigenen Verwaltung gestimmt hatte. „Ich wünsche mir eine klare Trennung zwischen Mieten und Zuschüssen an die Vereine“, sagte Kössinger. Ebner erklärte, dass 1,50 oder 2 Euro mehr pro Ticket vertretbar seien. Petra Neugebauer (SPD) forderte namentliche Abstimmung. Mit 13:11 votierte der Rat für den moderateren Tarif I für Schulen und Vereine. cc

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