In diesem Sommer

Schwimmen in Gauting wird teurer

Gauting - Die Gautinger Finanzkrise geht an den Bürgern nicht vorbei: Die Grundsteuer wird vermutlich steigen, ebenso die Preise für das Sommerbad.

Die zweite Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses zm Haushalt am Dienstag brachte einige Klarheit, wohin die Reise finanziell geht. Mehrheitlich empfahl das Gremium dem Gemeinderat, die Grundsteuer von 310 auf 360 Punkte zu erhöhen. Diskutiert wurde auch über die Eintrittspreise fürs Sommerbad und die Parkgebühren.

Mit gezücktem Rotstift durchforsteten die Räte den Verwaltungshaushalt nach weiteren Einsparmöglichkeiten. Auf den Prüfstand kommen noch heuer Parkgebühren. Am 1. März will das Gremium höhere Eintrittspreise im Freibad beschließen. Bisher zahlen Erwachsene 4 Euro, Kinder 2 Euro. Die Preise wurden zuletzt 2013 angepasst. Das Gautinger Bad feiert heuer 50-jähriges Bestehen.

Im Verwaltungshaushalt 2016 klaffte zunächst eine Deckungslücke von 1,5 Millionen Euro (wir berichteten). Um sich die Grundsteuer-Erhöhung zu sparen, sprach sich Britta Hundesrügge (FDP) für die „Rasenmäher-Methode“ aus: „Sämtliche Ausgaben pauschal um 1,5 Prozent kürzen“, forderte sie.

„Wir brauchen einen Puffer“, sagte Bürgermeisterin Dr. Brigitte Kössinger. Wenn der Verwaltungsetat zu eng gestrickt sei, „müssen wir im Juni oder Juli einen Nachtragshaushalt beschließen“. Mit 1:11 schmetterte die Mehrheit Hundesrügges Wunsch ab.

Danach wurde fleißig weiter gestrichen: Einstimmig beschloss das Gremium, dass der Günther-Klinge-Kultur-Preis künftig im Zwei-Jahres-Turnus verliehen wird. Heuer gibt es keinen. Das spart 10 000 Euro. Auch der 9000-Euro-Zuschuss an das Klassikforum wird gekappt. Die Klientel der Klassikforums-Konzerte sei durchaus in der Lage, 2 bis 3 Euro mehr pro Karte zu zahlen, fand Wolfgang Meiler (BiG). Auch der nicht notwendige neue Zaun rund ums Freibad fiel dem Rotstift zum Opfer. Stephan Ebner (CSU) forderte, dass die Mieten im Bosco steigen. Am heutigen Donnerstag wird darüber beschlossen (Beginn der Sitzung: 19.30 Uhr im Rathaus).

Die Gewerbesteuer wird 2016 eine Million Euro höher sein als gedacht. Das Rathaus rechnet mit 6,1 Millionen Euro. Doch ohne Erhöhung der Grundsteuer B schaffe man keinen ausgeglichenen Verwaltungshaushalt, warnte Gernot Struwe vom Hauptamt. Mit 9:4 fällte das Gremium den Empfehlungsbeschluss für den Gemeinderat,die Grundsteuer zu erhöhen. Für den Besitzer einen Einfamilienhauses wären das 74 Euro im Jahr, für den Mieter einer 60 m²-Wohnung 16 Euro jährlich, rechnete Kössinger vor. Das bringt der Gemeinde 400 000 Euro. (cc)

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