Idyllisches Sommerbad: Das Gautinger Freibad ist jetzt 50 Jahre alt. Das wird mit einem Fest am Sonntag, 31. Juli, gefeiert. foto: jaksch

Verschmutzte Würm beschert Gauting Freibad

Gauting - Das Gautinger Sommerbad wird heuer 50 Jahre alt. Das Freibad haben die Gautinger dem Dreck aus Starnberg zu verdanken.

Picobello saniert sind die Warmduschen, reibungslos funktioniert der neue Kassenautomat. Auf der gepflegten Liegewiese stehen Umkleiden und wasserblaue Liegen bereit: Pünktlich zum 50. Jubiläum hat die Gemeinde Gauting ihr beheiztes Sommerbad mit 50-Meter-Trainingsbecken, Sprungturm und Whirlpool einladend herausgeputzt. Das große Geburtstagsfest für die Sport- und Freizeitanlage am Reismühler Weg steigt am Sonntag 31. Juli, ab 10 Uhr.

Die früheste Erwähnung des „Freibadens in der Würm“ fand Ortschronist Karl Mayr in den Gemeindeakten von 1863: „Damals beantragte der Eigentümer des Schlosses Fußberg, Baron von Vogelsang, die Erteilung der Konzession zur Errichtung einer Badeanstalt und einer Bier- und Kaffeeschänke.“ Daraus wurde nichts, weil „Ökonomiebesitzer und Wirth Mathias Boeck“, der spätere Besitzer des Gasthauses Zur Post, eine „Protestation“ einlegte. Sicher ist: Die älteste Badeanstalt Gautings, die nicht zu datieren ist, befand sich laut Karl Mayr in der Schlossstraße oberhalb des Fischerstegs. Das waren „einige Badehütten, die in das Wasser gebaut und von der Würm durchflossen waren“. Gerade entsteht auf diesem Grundstück zwischen Schlossstraße und Hauptplatz ein Großbauvorhaben für Luxuswohnungen.

Gebadet wurde an der Würm überall, vorausgesetzt, es gab eine Wiese am Ufer. Mayr berichtet von einem regen Badebetrieb „an Sonntagen, an denen zahlreiche Münchner meist mit Fahrrädern oder Motorrädern nach Gauting kamen - sehr zum Ärger der Eigentümer der betroffenen Grundstücke“.

Am 13. August 1925 unterschrieben 54 junge Gautinger eine Eingabe an den Gemeinderat: Sie forderten die „sofortige Ausweisung“ eines Badeplatzes. Im selben Jahr ergriff Karl Doppelhammer die Initiative: Er erwarb von Wilhelm Bayer, dem Gründer der Firma Webasto, ein Würmufergrundstück am Reismühler Weg. Der Beginn des heutigen Sommerbades - zunächst mit Holz-Kassenhäuschen und 30 Einzelumkleiden.

1963 war Schluss, als die gesammelten Abwässer der Stadt Starnberg in die Würm eingeleitet wurden. Wegen Seuchengefahr wurde das Baden im Fluss deshalb generell verboten. Noch im selben Jahr beschloss daher der Gautinger Rat, am Reismühler Weg ein Gemeindebad mit 50-Meter-Sportbecken zu bauen. „Der spätere Bürgermeister Josef Cischeck, damals Mitglied des Gemeinderats, war eifrigster Verfechter des Freibades“, so Chronist Karl Mayr. Nach verzögerten Arbeiten wegen der schwierigen Bodenverhältnisse wurde die Anlage am 25. Juni 1966 offiziell eröffnet. Zur Münchener Olympiade 1972 wurde das Gautinger Trainingsbecken vollends mit beheizten Umkleiden, Schwimmkanal und Heizanlage ergänzt - weitgehend finanziert vom Nationalen Olympischen Komitee.

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