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Gründen ein Fußball-Inklusionsteam: GSC-Abteilungsleiter Jens Rindermann (l.) und Trainer Bernd Prösler, der bereits in Hohenbrunn eine Fußballmannschaft für Kinder mit und ohne Einschränkungen betreut. Das dortige Projekt hat kürzlich den dritten Platz bei der Auszeichnung „Sterne des Sports“ in München belegt

Neues Fußball-Inklusionsteam

Am Ball sind alle gleich

Gauting - Der Gautinger SC gründet ein Inklusionsteam, eine Fußballmannschaft für Kinder mit und ohne Einschränkungen. Schon vor dem ersten Training trifft das Projekt auf große Zustimmung.

Der Gautinger SC gründet eine Fußball-Inklusionsmannschaft. In dem Team spielen Mädchen und Buben zwischen sechs und 18 Jahren mit und ohne Behinderung miteinander. Die Betreuung übernimmt Bernd Prösler, der bereits in Hohenbrunn im Südosten Münchens ein solches Team betreut und nun nach Gauting umgezogen ist. 

 „Der Fußball eignet sich besonders für die Inklusion, weil beim Ballhinterherlaufen alles vergessen wird“, erklärt er. Wichtig beim Training sei, dass er beeinträchtigten und nicht-beeinträchtigten Jugendlichen ihre Potenziale aufzeigt, nicht ihre Defizite. „Dann macht man alle Kinder glücklich.“

„Jede Übung ist so gestaltet, dass sie alle schaffen können“, sagt er und fügt an, bessere Fußballer müssten eine Einheit halt mehrfach machen. Neben fußballerischen Grundelementen wie Passen und Schießen werden viele spielerische Elemente eingestreut – beispielsweise Fußball-Baseball. „Wenn das andere Kinder sehen, wollen die das auch machen“, berichtet Prösler.

"Er hat bei uns offene Türen eingerannt mit seiner Idee“, sagt Fußball-Abteilungsleiter Jens Rindermann. Von dem Projekt ist er absolut überzeugt: „Viele können davon profitieren.“

In Bayern gibt es mit den Gautingern nun neun I-Teams, in München und Umland sieben. Die Inklusionsarbeit der Vereine wird durch den Bayerischen Fußball-Verband und die Sepp-Herberger-Stiftung des DFB unterstützt. In Gauting soll die Sozialstiftung sozial schwächeren Familien helfen, damit sie am Training teilnehmen können. Der GSC sucht aber noch Sponsoren – beispielsweise für Trikots, die nächstes Jahr nötig werden.

In Hohenbrunn hatte der TSV einen enormen Zulauf, berichtet Prösler. Bis zu 35 Kinder spielen in I-Teams. Die Verteilung auf Beeinträchtigte und Nicht-Beeinträchtigte hält sich die Waage, ohne dass jemand abgewiesen wird. „Das regelt sich selbst.“

Auch in Gauting ist das Projekt auf Resonanz gestoßen. Bei der Würmtaler Inklusionswoche und Gautinger Kürbismeile meldeten sich interessierte Familien. Bei den eigenen Jugendmannschaften, in Schulen und Vereinen wird geworben. Wer Interesse hat, mit oder ohne Behinderung, kann beim ersten Training einfach vorbeikommen.

Die Vorteile für die Fußballer in I-Teams liegen für Prösler auf der Hand. Sozialkompetenz, Verständnis, Respekt und gesellschaftliche Teilhabe werden gefördert. Und Berührungsängste werden abgebaut – auch bei Eltern von beeinträchtigten Kindern, die ihren Nachwuchs manchmal zu sehr behüten, so Prösler.

Einen Ligabetrieb für Inklusionsteams wird es nicht geben. Es soll ohne Leistungsgedanken und Sieger gespielt werden. Die Mannschaften im Münchner Raum laden sich aber zu Wettspielen ein. Sieben gegen Sieben kicken dann auf einem Kleinfeld, meist ist in jedem Team ein Führungsspieler, der die anderen anleitet. Aber auch zu Turnieren des BFV, des DFB und Spieleinlagen beim Merkur CUP fahren die Teams.

Das erste Training findet am Dienstag, 11. November, ab 18 Uhr in der Halle des Gautinger Otto-von-Taube-Gymnasiums statt. Das Inklusionsteam trifft sich jede Woche dienstags.

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