Vorbereitung auf die Pension: Udo Wiese verlässt nach 23 Jahren die Paul-Hey-Schule Gauting. Jetzt trainiert er für einen Halbmarathon. Foto: Andrea Jaksch

Wiese geht gelassen in den Ruhestand

Gauting - An der Gautinger Mittelschule endet ein Kapitel Schulgeschichte: Rektor Udo Wiese geht nach 23 Jahren in den Ruhestand. Nachfolgerin wird Isolde Wengenmayer.

Wie kann man nach all den Jahren im Schuldienst so entspannt wirken? Der 64-jährige Udo Wiese lacht: „Die Herausforderungen und Auseinandersetzungen mit den Kindern halten fit. Auch die geistliche Beweglichkeit bleibt“, denn: „Beim Umgang mit Kindern wird man mit den neuesten Trends konfrontiert“, sagt der scheidende Rektor der Gautinger Paul-Hey-Mittelschule.

Am 1. September 1993 hat Wiese in Gauting als Schulleiter angefangen. Damals hatte die frühere Hauptschule an der Birkenstraße 230 Schüler. Mit dem Start des M-Zugs, der direkt zur Mittleren Reife führt, schnellte die Zahl 2002 schlagartig auf 360 Kinder und Jugendliche.

„Doch dann folgte der große Einbruch“, erinnert sich Wiese. Mit der sechszügigen Realschule „fielen unsere 5. und 6. Klassen weg. Vor fünf Jahren drohten wir sogar unter die 200er-Marke zu fallen.“ Doch mit seiner gelassenen Art setzte der gebürtige Oberbayer seinen Schultyp durch: Wiese stieg auf zum Verbundkoordinator der Mittelschulen Gauting, Lochham, Starnberg und Tutzing. Neben den stark nachgefragten M-Zug-Klassen gibt es in Gauting auch zwei Übergangsklassen für Flüchtlinge.

In 23 Jahren hat der Lehrer eine ganze Schülergeneration miterlebt. „Im jetzigen Betrieb gibt’s viel mehr Hektik und ständig Neuerungen“, bedauert der Pädagoge. „Ständig denkt sich jemand etwas aus, was umgesetzt werden muss.“ Die eigentlich überflüssige Umbenennung der Haupt- in Mittelschule etwa. Die ständigen Neuerungen verunsicherten auch die Eltern. Wegen des eingeführten verkürzten achtjährigen Gymnasiums mit erhöhtem Leistungsdruck und Tempo schickten sie ihre Kinder vermehrt in die Mittelschule. „Letztlich haben uns diese Verunsicherungen geholfen“, so der Rektor. Von den 60 Jugendlichen in den 10. Klassen des M-Zugs „sind inzwischen mindestens die Hälfte Rückläufer aus der Realschule oder dem Gymnasium“.

Wiese hinterlässt seiner Nachfolgerin Isolde Wengenmayer, bisher Konrektorin in Seefeld, eine Bildungseinrichtung mit über 300 Schülern und einem Sozialpädagogen. Der Abschied wird eher leise ausfallen, viel Aufhebens macht der zum zweiten Mal verheiratete Vater von zwei Kindern um seine Person nicht. „Am vorletzten Schultag werden mich Kollegium und Weggefährten in den Ruhestand verabschieden.“ Dann hat Wiese endlich Zeit, auf den Halbmarathon zu trainieren, und für Enkel Maximilian (1).

cc

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