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Kein Durchkommen: Christoph Marks scheitert am Hachinger Dreierblock. Für die Herrschinger war aber mehr drin als ein Punkt.  

Volleyball-Bundesliga

GCDW mit katastrophaler Aufschlagquote - 2:3

Da war mehr drin als nur ein Punkt. Die Bundesliga-Volleyballer des TSV Herrsching verpassten gestern Abend die große Chance, an den AlpenVolleys Haching vorbeizuziehen. Nach 2:1-Satzführung unterlag das Team von Trainer Max Hauser noch mit 2:3.

Herrsching/Unterhaching – In einem wahren Volleyball-Krimi verlor der TSV Herrsching gestern Abend bei den Hypo Tirol Alpenvolleys Haching mit 2:3 (32:30,22:25, 25:18, 21:25, 12:15). Durch die neunte Saisonniederlage bleibt der TSV n der Tabelle nicht nur hinter den Alpenvolleys, schlimmer noch: Da die Konkurrenten Bühl (3:0 gegen Rottenburg) und Lüneburg (3:0 gegen Berlin) dreifach punkteten, rutschte Herrsching wieder auf Rang acht zurück. Der anvisierte 6. Platz ist aber noch möglich.

Hauser hatte vor dem Auswärtsspiel in Haching schon so eine Vorahnung. „Vielleicht wird es wieder so eine Tiebreak-Schlacht.“ Das Pokalspiel vor knapp drei Monaten dauerte stolze 127 Minuten. Auch gestern bekamen die 1500 Zuschauer in der ausverkauften Unterhachinger Arena ein Volleyball-Spektakel der Extraklasse geboten. Und wieder fünf Sätze. Nach insgesamt 129 Minuten jubelten diesmal allerdings die Grenzgänger aus Tirol. Knackpunkt war die Fehlerquote von der Aufschlaglinie. Insgesamt 30 Herrschinger Aufschläge gingen ins Netz oder ins Aus. Zum Vergleich: Die Alpenvolleys fabrizierten nur 17 Aufschlagfehler. „Das waren natürlich viel zu viele“, sagte Diagonalangreifer Christoph Marks. Auch Hauser haderte mit dem Service. „Das war eine Katastrophe.“ Vor allem Zuspieler Michal Sládecek erwischte einen gebrauchten Tag von der Aufschlaglinie. Neun seiner 17 Aufschläge fanden nicht den Weg ins gegnerische Feld. Dennoch machte der Slowake einen Tag vor seinem 38. Geburtstag eine starke Partie. Mit der kämpferischen Darbietung seines Teams zeigte sich Hauser zufrieden, allerdings haderte der 34-Jährige mit seinen Angreifern. Insgesamt 15-mal scheiterte man am Alpenvolleys-Block.

Stolze 37 Minuten dauerte der erste Durchgang. Drei Satzbälle musste Herrsching abwehren, der eigene vierte brachte schließlich den Satzgewinn, den Andre Brown mit einem Monsterblock besorgte. Die Alpenvolleys führten zur ersten technischen Auszeit mit 8:4. Doch Herrsching kam wieder heranund wehrte insgesamt drei Satzbälle ab. Haching hatte dann Pech, als sich beim Stand von 30:30 Bartosz Pietruczuk verletzte. Der eingewechselte Niklas Kronthaler hatte seine Justierung noch nicht richtig eingestellt und jagte das Spielgerät ins Netz. Sekunden später blockte Brown zum 32:30 für Herrsching.

Der zweite Durchgang war dann eine klare Sache für die Alpenvolleys. Vor allem gegen Außenangreifer Igor Grobelny war kein Kraut gewachsen. Mit 25:22 ging der Satz an Haching. Doch Herrsching schüttelte sich und drehte im dritten Satz so richtig auf. Jeder Angriff saß, auf der anderen Seite droschen die Hachinger ihre Bälle deutlich ins Aus. Selbst von einer Fehlentscheidung von Schiedsrichter Marco Till (München) ließ man sich nicht aus der Ruhe bringen. Zur ersten technischen Auszeit führten die Gäste mit 8:4, zur zweiten bereits mit 16:9. Danach schluderte Herrsching, doch der Satzgewinn (25:18) war nicht mehr in Gefahr.

In Vorfreude des dritten Derbysieges feierten die knapp 100 Gästefans sich und ihren „Geilsten Club der Welt“. Doch anstatt den Sack zuzumachen und mit drei Zählern zurück an den Ammersee zu fahren, schlugen die Alpenvolleys unbarmherzig zurück und holten sich den umkämpften vierten Durchgang (21:25). Der Tie-Break war dann nichts für schwache Nerven. Die sich im Sommer mittels Wildcard-Nehmer TSV Unterhaching in die Volleyball-Bundesliga bugsierten Alpenvolleys hatten mehr zuzusetzen und entschieden den Entscheidungssatz für sich (12:15). Dennoch: „Wenn mir vor der Saison einer gesagt hätte, wir schlagen Haching zweimal und verlieren einmal knapp im Tiebreak, ich hätte es sofort unterschrieben“, zeigte sich Hauser am Ende halbwegs versöhnlich.

Dirk Schiffner

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