Erinnerung an Prinz Karl von Bayern: Nach den Gedenkfeiern für König Ludwig II. gedachten Königstreue am Mausoleum in Söcking des Prinzen, der sich für die Liebe und gegen die Krone entschieden hatte. Foto: Jaksch

Gedenken an Prinz Karl von Bayern

Der Mann, der nicht König sein wollte

Söcking - Des Märchenkönigs Ludwig II. wird am Starnberger See aufwändig gedacht – ein anderer Wittelsbacher jedoch oft vergessen. Prinz Karl von Bayern liegt in Söcking begraben. König wurde er nie, weil er einer Frau den Vorzug vor der Krone gegeben hatte.

„Menschen, die viel geleistet haben für unser Königreich Bayern, sind in der Bevölkerung unvergessen.“ Mit diesen Worten erinnerte Stefan Jetz, Landesvorsitzende der bayerischen Königstreuen, im Rahmen einer Gedenkveranstaltung an – nein, nicht König Ludwig, sondern Prinz Karl von Bayern. Nach dem Gedächtnisgottesdienst zum 128. Todestages des Märchenkönigs in Berg trafen sich am Sonntag bayerische Patrioten an der Grabanlage auf dem Kahlenberg in Söcking unweit der Kirche St. Ulrich und an der nach dem Prinzen benannten Straße. Dort auf dem Hügel steht das Mausoleum des Prinzen Karl von Bayern (1795 - 1875), das viele allerdings gar nicht kennen.

Die Rotunde im Stil des romantischen Klassizismus ließ der Prinz um 1838 für seine Gemahlin Sophie von Bayrstorff errichten – sie hatte sich stets gewünscht, in Starnberg beerdigt zu werden. „Viele in unserem Land haben von dem Mausoleum nichts gewusst“, merkte Jetz in seiner Ansprache an. Erstaunt über den idyllischen Ort mit den großen Birken, gedachten die Königstreuen mit einer Kranzniederlegung Prinz Karl zum 200. Stiftungsjahr des 1. Schweren Reiterregiments „Prinz Carl von Bayern“. Der Sohn des ersten bayerischen Königs Maximilian I. Joseph war Inhaber des in Augsburg stationierten 3. Infanterie-Regiment und des 1. Schwere Reiter-Regiments, ein Kavallerie-Verband der Bayerischen Armee. „Inhaber“ heißt nicht, dass die Einheiten ihm gehörten – so nannte man seinerzeit den Kommandeur.

Da der Adelige nicht standesgemäß heiratete und sich für die Liebe entschied, verlor er 1823 seine Ansprüche auf den bayerischen Thron. Er heiratete Marie-Anne-Sophie Petin, die daraufhin den Titel Gräfin von Bayrstorff erhielt. Karl von Bayern lehnte übrigens noch einmal eine Königswürde ab – 1831 jene Griechenlands.

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