1. Startseite
  2. Lokales
  3. Starnberg

Initiative setzt Signal gegen Intoleranz

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

null
Gedenken an eine dunkle Zeit in Starnberg: Am Mahnmal vor dem Landratsamt setzten rund 60 Menschen am Samstagnachmittag in Signal gegen Intoleranz, Rassismus und Gewalt. © SvJ

Starnberg - Gedenken am Landratsamt: Rund 60 Menschen haben in Starnberg ein Signal gegen Intoleranz und Gewalt gesetzt. Bundesjustizministerin Leutheusser-Schnarrenberger appellierte an die Verantwortung der Gesellschaft, rechtes Gedankengut zu bekämpfen.

Wenige Tage vor Beginn des Prozesses in München stand die Gedenkfeier für den Todesmarsch tausender KZ-Häftlinge aus Dachau auch im Zeichen des rechten Terrors und der Mordserie der NSU. Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger appellierte an die Verantwortung aller: Es bedürfe jedes Menschen, rechtes Gedankengut und rechte Gewalt zu bekämpfen. Die "Immunkräfte der Gesellschaft" vor allem gegen Rassismus und Antisemitismus müsse man schaffen und stärken, schon in den Schulen. Es sei auch Aufgabe des Staates, aber nicht nur, alles zu tun, Übergriffe zu verhindern, sagte sie in Bezug auf die NSU. "Da haben wir erleben müssen, dass es Defizite gibt in einer Dimension, die wir uns nicht vorstellen konnten." Es dürfe nichts unter den Teppich gekehrt werden, denn "alles kommt wieder hervor".

Die Gedenkfeier mit rund 60 Teilnehmern war die zweite nach mehrjähriger Pause in Starnberg. Zum 100. Stadtjubiläum 2012 hatte Rainer Hange mit seinen Mitstreitern einen Gedenkzug organisiert, wie er im Würmtal jedes Jahr stattfindet. Heuer beschränkte sich die Initiative auf eine Feierstunde am Mahnmal vor dem Landratsamt, an der unter anderem Landrat Karl Roth, Bürgermeister Ferdinand Pfaffinger und als Schirmherrin Cornelia Schmalz-Jacobsen vom Verein "Gegen das Vergessen - für Demokratie" teilnahmen.

Abba Noar, der fast auf die Stunde genau 68 Jahre zuvor beim Todesmarsch von SS und Nazi-Schergen über die Münchner Straße in Starnberg getrieben worden war, unterstützt derartige Initiativen seit Jahren, geht in Schulen und spricht mit Jugendlichen. Er mahnte: "Der Antisemitismus ist nicht vergangen."

Auch interessant

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,
wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.
Die Redaktion