Großes Thema in Starnberg: Die Einbahnstraßenregelung in der Wittelsbacher Straße. 

Gegen Einbahnregel

Aufstand der Stadträte

Starnberg – In Starnberg wächst der Widerstand gegen eine Einbahnregelung: Fast die Hälfte des Stadtrates hat Dringlichkeitsanträge zur Wittelsbacherstraße gestellt – und damit in gewisser Weise gegen die Bürgermeisterin.

Durch Starnberg geht ein Riss, und wieder ist eine Straße die Ursache: Die Einbahnregelung auf der Wittelsbacherstraße soll vorerst beibehalten werden, obwohl die Ursache – eine Baustelle – wegfällt. Das will Bürgermeisterin Eva John, denn im Herbst soll ein Verkehrskonzept mit eben dieser Einbahnregelung in Richtung Tutzinger-Hof-Platz beschlossen werden. Selbst Stadträte ihrer eigenen Fraktion sind dagegen. Zwei Dringlichkeitsanträge liegen für die Ratssitzung am kommenden Montag vor: Einer der CSU und einer von sieben Stadträten der so genannten Allianz, die John vor zwei Jahren bei der Wahl unterstützt hatte. 

Stadtrat Stefan Frey: Beibehaltung der Einbahnstraße ein "Rechtsbruch"

Die Stadträte Franz Heidinger, Johannes Bötsch und Michael Mignoli von Johns Gruppierung BMS, Angelika Kammerl und Siglinde Loesti von der WPS und die beiden BLS-Stadträte Walter Jann und Vizebürgermeister Dr. Klaus Rieskamp verlangen nun, die Wittelsbacherstraße in beiden Richtungen zu öffnen – und das sofort. Zur Begründung führen sie unter anderem Einbußen der Geschäftsleute an: „Dieser Zustand ist nicht vertretbar.“ Eine neue Verkehrsführung könne erst nach einer Verlagerung von Verkehr und nach einem entsprechenden Konzept erfolgen. Das ist in Arbeit, vor Herbst ist nicht mit einem Beschluss zu rechnen. 

Im Juni sollen die Bürger zu den Verkehrsplanungen gehört werden. Die CSU fußt ihren Antrag unter anderem auf der stark gestiegenen Belastung der Kaiser-Wilhelm-Straße und ihrer Anwohner sowie auf Bedenken von Polizei und Feuerwehr (wir berichteten). Zudem wäre eine Beibehaltung der Einbahnregelung ein „Rechtsbruch“, so Stadtrat Stefan Frey unter Hinweis auf die nicht vorliegende, aber nötige Genehmigung durch das Landratsamt. Damit haben sich 13 von 30 Stadträten öffentlich gegen die Beibehaltung der Einbahnregel zum jetzigen Zeitpunkt positioniert, die die Bürgermeisterin befürwortet. Nachdem auch andere Stadträte mit der Lage unzufrieden sind, ist ein Beschluss zur Öffnung der Wittelsbacherstraße in beide Richtungen wahrscheinlich, falls abgestimmt wird.

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