Deutlicher Hinweis: Mit einem Aushang versuchten Waldeigentümer zwischen Perchting und Unering, Futterdiebe aufzuhalten – vergeblich.
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Deutlicher Hinweis: Mit einem Aushang versuchten Waldeigentümer zwischen Perchting und Unering, Futterdiebe aufzuhalten – vergeblich.

Jagdaufseher Klaus Peters schreitet ein

„Futtersäcke sind weg, bevor sie die Vögel gefunden haben“ - Diebe erhalten geharnischte Warnung

  • vonMichael Stürzer
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Hängt im Wald Vogelfutter, gehört es sicher jemandem – dem, der es aufgehängt hat. Nicht allen scheint das klar zu sein, dass das Futter, wie im Wald bei Perchting, aus gutem Grund dort hängt. Jagdaufseher Klaus Peters hat wegen fortgesetzter Diebstähle zu einem drastischen Mittel gegriffen.

Perchting/Unering – Klaus Peters, Jagdaufseher für den Bereich Perchting/Unering, ist dafür bekannt, Waldbesucher mit Schildern auf nötige Rücksicht und anderes hinzuweisen. Das war nun wieder nötig, denn Vogelfutter, das Peters im Wald aufgehängt hat, wird laufend gestohlen.

Klaus Peters ist Jagd- und Forstaufseher für den Bereich Unering/Perchting.

Das Futter bringen Peters und die Waldeigentümer nicht nur aus reiner Tierliebe in den Wald: „Das Futter soll den Waldvögeln helfen, den Winter unbeschadet zu überstehen. Im Gegenzug helfen diese dann dem Waldbesitzer ab dem Frühjahr bei der Borkenkäferbekämpfung.“ Im Frühjahr, wenn die Vögel Junge haben, bräuchten sie für diese tierisches Eiweiß – auch Borkenkäfer. Das gelte, erklärt Peters, für alle Waldvögel wie Specht und Meise. In den Futtersäcken sind deswegen auch unterschiedliche Körnergrößen enthalten, weil manche Vögel eher die größeren, andere die kleineren mögen. Mehr als ein halbes Kilo wiegt so ein Futtersack, der auch nicht gerade billig ist.

Peters: „Die Futtersäcke sind weg, bevor sie die Vögel gefunden haben“

Das Futter sei auch bewusst in der Nähe der Wege aufgehängt worden, sodass es Spaziergängern möglich sei, die Vögel dort zu beobachten. Jedoch: „Die Futtersäcke sind weg, bevor sie die Vögel gefunden haben“, erklärt Peters. Zum Teil hingen sie nicht einmal 24 Stunden, schon sind sie gestohlen. Nach dem das Vogelfutter zweimal verschwunden sei, habe man einen Aushang angebracht, der den oder die Täter darum bat, das Futter hängen zu lassen. Der Aushang lässt sofort erkennen, dass die Waldbesitzer und der Jagdaufseher sauer sind: „Wertes Diebsgesindel“ beginnt der Text, der bewusst scharf formuliert ist und den Dieben empfiehlt, wenn sie sich kein eigenes Vogelfutter leisten könnten, doch mal beim Landesbund für Vogelschutz zu fragen. „Also bitte – lassen Sie in Zukunft unser Vogelfutter, wo es ist!“ Gewirkt hat es nicht. Peters: „Der Täter schädigt durch sein Handeln leider nicht nur den Wald, sondern bewirkt durch sein Tun, dass alle Spaziergänger unter Verdacht geraten.“ Deswegen richtet sich der Forst- und Jagdaufseher Waldbesucher nun direkt an diese: „Wir bitten die Spaziergänger in diesem Gebiet, wenn Sie Beobachtungen gemacht haben oder noch machen, diese an die Forstverwaltung Tiefenbrunn zu melden, um dem Tun ein Ende zu setzen.“

Anzeige bei der Polizei hat kaum Aussicht auf Erfolg

Eine Anzeige bei der Polizei hat in so einem Fall wenig Aussicht auf Erfolg. Entsprechend wenige Anzeigen wegen solcher Diebstähle in freier Natur gibt es, und in Corona-Zeiten gibt es auch keinen Anstieg. Das hängt, sagt Kai Motschmann von der Starnberger Polizei, wohl auch mit den Ausgangsbeschränkungen zusammen.

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