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Her mit dem Waldschlössl: Großbauer Martl (Klaus Freymann, M.) geht auf Knecht Loisl (Uli Wischnewski, l.) los, Neffe Andy (Roland Freymann, r.) greift gleich ein. 

Bauernbühne Wörthsee

Der Geist der Tante Berta

Steinebach - Die Bauernbühne Wörthsee spielt  erstmals  im „Augustiner“. Die neue Spielstätte bewährt sich.

Eine Premiere der doppelten Art gab die Bauernbühne Wörthsee am Samstag im „Augustiner“. Nach dem Aus der Theaterfreunde im Etterschlager „Alten Wirt“ (wir berichteten) konnte die Laienschauspielgruppe vergangenes Jahr zwar vorübergehend im Pfarrsaal aufspielen und im Etterschlager Feuerwehrhaus proben – eine neue Bleibe war jedoch erst einmal nicht in Sicht. „Ohne den Zuspruch unserer Fans hätten wir längst aufgegeben“, erklärte Elisabeth Gäch, Regie und Theaterleitung, jetzt vor ausverkauftem Saal im neuen „Augustiner“.

Das Durchhalten hat sich gelohnt. Nun brillierte das Team mit dem Einakter „Der Hahn im Korb“ und dem Lustspiel „Geisterstund im Waldschlössl“. Zwar handelt es sich einstweilen noch um einen Probelauf, doch Gäch ist guter Dinge: „Die Samstage sind schon alle ausverkauft. Wenn das so weitergeht, dann können wir uns mit dem Augustiner schon einigen.“

Im nagelneu gezimmerten Bühnenrahmen gaben die Jüngsten eine Heiratsschwindler-Posse zum besten, die den 6- bis 14-jährigen Nachwuchsdarstellern auf den Leib geschrieben war. Als „Hahn im Korb“ narrt Karli Pfiff (Maximilian Gäch) die erzürnte Damenwelt und bleibt dabei nicht ungestraft. Mit erstaunlichem Talent bringt insbesondere Elisabeth Tyroller als „Ex“ Anni frischen Wind auf die Bühne, wenn sie dem Gockel Karli tüchtig die Leviten liest. In autoritärer Amtsmanier spricht schließlich Richter Donnerschlag (Benedikt Jursch) ein Machtwort, und der freche Karli wird zum Ehebund verdonnert.

Munter und turbulent auch die „Geisterstund im Waldschlössl“, wobei das marode Waldschlössl zum Spielball von Intrigen wird, aber zuletzt doch das ewig Gute siegt. Waldschlössl-Besitzerin Berta ist schon vor 25 Jahren spurlos verschwunden, und Neffe Andy (Roland Freymann) führt mit den Bediensteten tapfer die wurmstichige Pension weiter. Dumm nur, dass Großbauer Martl (Klaus Freymann) sich aufplustert und dem Andi das Schlössl abjagen möchte. Er unterschlägt Briefe und schickt sogar einen lästigen Investor – herrlich Karl-Heinz Eschner als hochdeutscher Geldheini. Zuletzt siegt der Mut der kleinen Leute: Das Pensionsteam lässt sich nicht narren, vergrault den Investor mit Geisterspuk und kämpft sich zum verdienten Happy End durch. Knecht und Querulant Loisl (Uli Wischnewski) lässt dafür die vermeintlich tote Berta wieder auferstehen. Auch das Quäntchen Romantik fehlt nicht, wenn Andy der Großbauerntochter mit Filmkuss in die Arme sinkt. Nilda Höhlein

Weitere Aufführungen

an den Wochenenden 12./13. November und 19./20. November. Samstags um 20 Uhr, sonntags um 19 Uhr. Karten von 10 bis 14 und 16 bis 20 Uhr unter Tel. 0176/ 66 53 46 56.

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