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Cannabis-Pflanzen

Vor Gericht

Letzte Chance für 24-jährigen Gelegenheitsdealer

Gilching -  Auszubildender aus Gilching wird beim Schwarzfahren erwischt  - und will künftig clean bleiben. 

Gilching – Gelegentlich einen Joint zu rauchen, kann sich ein 24-jähriger Gilchinger nur schwer verkneifen. Seinen sechs Vorstrafen zum Trotz konsumierte er lange Zeit regelmäßig Marihuana, bis es sogar seiner Freundin zu bunt wurde. Jetzt musste er sich wegen unerlaubtem Handeltreibens mit Betäubungsmitteln und Fahren ohne Fahrerlaubnis vor dem Starnberger Amtsgericht verantworten.

Laut Anklage soll der gebürtige Starnberger im Laufe des Jahres 2015 fünfmal bis zu fünf Gramm Marihuana weiterveräußert haben. Bei einer Hausdurchsuchung fand die Polizei noch Marihuana-Reste in seiner Gilchinger Wohnung. Und im Januar setzte sich der junge Mann bekifft ans Steuer eines Autos, obwohl er keinen Führerschein hatte. Prompt wurde er kurz nach Mitternacht von der Polizei erwischt.

Vor dem Kadi räumte der amtsbekannte Mann sogleich seine Verfehlungen ein. „Der Hintergrund ist die Drogensucht meines Mandanten. Er bemüht sich, dass er das in den Griff bekommt“, unterstrich der Verteidiger des Auszubildenden.

Um sich seinen Drogenkonsum zu finanzieren, hatte sich der Gilchinger dann und wann als Dealer betätigt. Damit soll nun Schluss sein. Auf Drängen seiner Freundin ist der 24-Jährige seit drei Monaten clean, will ein solides Leben führen und bald eine Familie gründen. Seine zahlreichen Jugendsünden, die ihm bis dato neun Vorstrafen und eine abgesessene Haftstrafe einbrachten, sollen nun endgültig der Vergangenheit angehören. „Ich will künftig mein Leben straffrei gestalten“, erklärte der schüchtern und zurückhaltend wirkende Gilchinger kurz vor der Urteilsverkündung.

Die Frage nach einer Strafaussetzung zur Bewährung stand aus Justizsicht auf der Kippe. „Das ist eine enge Kiste“, betonte Richterin Christine Conrad und gab dem 24-Jährigen noch eine letzte Chance. Unter Einbeziehung eines Urteils aus dem Jahr 2015 setzte Richterin Conrad die verhängten Freiheitsstrafen von zehn Monaten (für das Drogenvergehen) sowie sechs Monaten (für das Fahren ohne Fahrerlaubnis) zur Bewährung aus. Laut Bewährungsauflage ist der Angeklagte einem Bewährungshelfer unterstellt, muss 240 Sozialstunden abarbeiten und darf drei Monate nicht Auto fahren. Zudem muss der Azubi zehn Drogenberatungsgespräche absolvieren und eine ambulante Drogentherapie antreten. Alle vier Monate hat der 24-Jährige durch Haar- und Urinkontrollen seine Abstinenz nachzuweisen.

Gut weggekommen ist der Gilchinger trotz zahlreicher Auflagen dennoch, denn die Staatsanwältin hatte für eine Haftstrafe plädiert. Die Bewährungszeit beträgt vier Jahre. 

nh

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