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An der frischen Luft sollen die Kinder beim neuen Ferienprogramm ihre Freizeit genießen. 

Gemeinderat Pöcking

Sechs Wochen Spaß und Spannung

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Ferien können im Prinzip gar nicht lang genug sein. Außer, man ist berufstätig und weiß nicht so recht, wohin mit den Kindern. Deswegen bastelt man in Pöcking gerade an einem spannenden und bezahlbaren Ferienprogramm.

Pöcking – Die Zeiten haben sich geändert, meinte Pöckings Bürgermeister Rainer Schnitzler am Dienstagabend im Haupt- und Finanzausschuss der Gemeinde Pöcking. „Mittlerweile ist es eher die Regel denn die Ausnahme, dass beide Elternteile berufstätig sind“, berichtete er. Damit seien natürlich auch Probleme verbunden. Zum Beispiel das, was man mit den Kindern machen soll, wenn Schulferien sind und die Kindertagesstätten in Pöcking im Sommer vier Wochen lang geschlossen sind.

Die Gemeinde Pöcking bietet deshalb seit etlichen Jahren ein Ferienprogramm an, in dessem Rahmen die Kinder tage- oder wochenweise betreut und beschäftigt werden. Da ist laut Schnitzler das Ferienprogramm der EKP, das helfen soll, die lange Schließzeit der Kindergärten zu überbrücken. Zudem hatten sich in den vergangenen Jahren zahlreiche Vereine aus dem Ort gefunden, die tage- oder wochenweise Aktivitäten anbieten. Doch diese hätten mittlerweile mit ganz eigenen Problemen zu kämpfen, so Schnitzler: „Es fehlen mehr und mehr ehrenamtliche Betreuer – die Überalterung in vielen Vereinen macht sich bemerkbar“, schilderte er. Zuletzt hätten ihm der Sportverein und die evangelische Kirche signalisiert, dass sie heuer wahrscheinlich keine Angebote mehr unterbreiten könnten.

Umso erfreuter reagierten die Mitglieder des Hauptausschusses, dass die Betreiberin des Steg 1 in Possenhofen, Cathrin Dierks, ein Angebot für eine umfassende Ferienbetreuung von Kindern unterbreitete. „Wir hatten bereits im vergangenen Jahr ein derartiges Angebot, das wir heuer ausbauen wollen“, sagte Dierks gestern im Gespräch mit dem Starnberger Merkur.

„In meinem Hauptberuf als Innenarchitektin für Kindereinrichtungen habe ich gute Kontakte zu Betreuern geknüpft, mit denen ich das Angebot realisieren möchte“, berichtete sie weiter. Besagtes Angebot sieht vor, dass sechs Wochen lang wochentags eine Betreuung für die Kinder organisiert wird. Diese soll sich vom Konzept her an Waldkindergärten orientieren – die Kinder verbringen die Tage draußen in der Natur, betätigen sich aktiv und kreativ. Jede Woche steht dabei unter einem anderen Motto. Los geht es mit „Vom Buden-Bauen, Wigwams & Mini-Architektur“ über „Von wilden Künstlern & kreativen Malern“ bis hin zu „Possenhofen sucht den Superstar“ in der letzten Woche. Zwischendrin dreht es sich auch noch um Naturabenteuer, die Themenkreise Zirkus und Wilder Westen. Die Betreuung findet jeweils von 9 bis 17 Uhr statt, was gerade berufstätigen Eltern die Möglichkeit geben sollte, in Ruhe ihrer Arbeit nachzugehen, während die Knirpse gut aufgehoben sind.

Dabei werden pro Woche und Kind 120 Euro für Kinder aus der Gemeinde Pöcking fällig. Eltern aus anderen Gemeinden müssen 145 Euro zahlen. Der Hauptausschuss zeigte sich angetan vom Vorschlag, den die Steg 1-Betreiberin unterbreitete. Und erklärte sich grundsätzlich bereit, einen Zuschuss von 5 Euro pro Tag und Kind aus der Gemeinde zu bezahlen. Maximal 30 Kinder pro Woche könnten betreut werden, so Dierks weiter. Im Ausschuss versprachen die Mitarbeiter der Verwaltung und die Mitglieder des Gemeinderates zudem, dass sie den Veranstaltern bei der Suche nach einer gemütlichen und bezahlbaren Unterkunft helfen werden, falls das Wetter so schlimm ist, dass sich die Kinder nicht draußen aufhalten können. „Im Preis ist auch die Versorgung der Kinder inbegriffen“, so Cathrin Dierks gestern weiter. Dabei werde man sehr auf gesunde Ernährung mit viel frischem Obst und Gemüse achten. Wer Interesse habe, solle sich unter z (0178) 37754 90 melden.

Dessen ungeachtet sprach sich der Hauptausschuss auch dafür aus, noch einmal alle Vereine anzuschreiben und zu bitten, sich an der Ausgestaltung des Ferienprogramms zu beteiligen. Allerdings warnte Ute Nicolaisen-März (CSU) davor, eine Anspruchshaltung zu erwecken: „Kinderbetreuung in den Ferien ist keine kommunale Aufgabe“. Sie appellierte an die Vereine, vor allem preisgünstige Angebote zu machen: „Wir von der Frauenunion haben früher unser Räuberlager auch für drei Euro am Tag angeboten.“

Über die Details der Zuschüsse, die an die Vereine fließen sollen, wurde im Anschluss im nichtöffentlichen Teil der Sitzung am Dienstagabend beraten.

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