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Die Ortsdurchfahrten in Breitbrunn (Foto) und Inning sind verdammt eng.

Brummis darf man nicht aussperren?

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Herrsching/Inning - Die Ammerseegemeinden Herrsching und Inning würden den Lkw-Verkehr zumindest nachts gern aus ihrer Ortschaft fernhalten. Der Herrschinger Antrag wurde nun abgelehnt - erstmal.   

Breitbrunn und Inning plagen ihre vielbefahrenen Ortsdurchfahrten. Entlastung könnte ein Durchfahrtsverbot für Lkw bringen. Die Anträge dazu wurden deshalb in beiden Fällen gestellt, und das Landratsamt scheint nicht abgeneigt zu sei, muss aber dennoch erstmal ablehnen.

Herrsching machte den Anfang, und Inning sprang wenige Wochen später auf den Zug auf: Sowohl durch den Herrschinger Ortsteil Breitbrunn als auch durch Inning führt die Staatsstraße 2067. Die Anwohner der vielbefahrenen Straße kämpfen hier wie dort mit viel Lärm und Feinstaub. Die Gemeinde Herrsching stellte für ihren Ortsteil Breitbrunn deshalb Ende Oktober den Antrag für ein Lkw-Durchfahrtsverbot sobald die Weßlinger Umfahrung fertiggestellt ist. Wenn nicht komplett, dann zumindest nachts. Anfang November folgte der Antrag der Gemeinde Inning. In beiden Ratssgremien waren sich die Mandatsträger bewusst: Es kann nur ein Versuch sein.

Die Genehmigungsbehörde im Landratsamt scheint den Anträgen nicht komplett abgeneigt zu sein, muss aber ablehnen. „Im Moment“, betont Behördensprecher Stefan Diebl. Aus dem einfachen Grund, weil es keine Zahlen gibt. Die letzte Zählung in Breitbrunn liege sechs Jahre zurück. Damals seien 139 Fahrzeuge am Tag gezählt worden, dies entspreche 14 in der Stunde, rechnet Diebl vor. Allerdings, räumt er ein, wurde nie unterschieden zwischen Tag und Nacht. „Diese Zahlen bräuchten wir“, sagt er.

Auch in Inning, in der Ammerseegemeinde, die im Streit um eine Entlastung der Ortsdurchfahrt regelrechte Grabenkämpfe austrägt und schon zwei Bürgerentscheide durchführen musste, gibt es keine Zahlen, die zwischen Tag- und Nachtzeit unterscheiden. Gleichwohl gebe es für Inning noch keine abschleßende Beurteilung, sagt Diebl.

Wenig Hoffnung macht aber das Staatliche Bauamt Weilheim, das natürlich in beiden Fällen um eine Stellungnahme gebeten wird. „Wir dürfen einzelne Verkehrsanteile gar nicht aussperren“, erklärt der zuständige Sachbearbeiter Christian Probst. Eine Staatsstraße habe eine bestimmte Funktion zu erfüllen. Und dass die Umfahrung Weßling einen Ersatz bieten könnte, bezweifelt er. Nur mit eigener Umfahrung wäre eine Abstufung der Straße möglich und damit die Chance größer, dass ein Durchfahrverbot erlassen werden könnte. Auch Reinhold Domes, Verkehrsexperte der Polizei Herrsching, hat Bedenken. „Das wäre ein Floriansprinzip. Dann haben wir woanders die Beschwerden.“ Ob sich die Gemeinden angesichts dieser Beurteilungen eine neuerliche Zählung leisten wollen, müssen die Ratsgremien entscheiden.

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