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Geschichten fürs Leben

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Damit nichts vergessen wird
Damit nichts vergessen wird

Andechs - Mit "Sowieso und Nirgendwo" veröffentlicht die Gilchinger Journalistin Uli Singer ihr zweites Geschichten-Buch.

In der guten alten Zeit sind Hexen ja verbrannt worden, heute wünscht man ihnen, dass sie der Deifi holen soll. Nun ist unsere Mitarbeiterin Uli Singer zwar keine alte Hexe und nur bisweilen wünschen ihr dableckte Lokalpolitiker, dass sie der Teufel holen soll, aber faustdick hinter den Ohren hat sie es schon. „A verreckte Henna, halt“ ist sie, so Fastenprediger Helmut Wagner aus Hochstadt. Der Feuerwehrler wurde von heute auf morgen von der Journalistin dazu verdonnert, eine Laudatio zu halten. Der Grund: Sie hat mal wieder ein Buch geschrieben.

Ob abermals Steuerschulden der Anlass waren, wie schon beim ersten Band „Zuag’hört und aufg’schriem“, darüber schwieg sie sich angesichts der Tatsache, dass ihr Steuerberater zur Buchpräsentation in die Molkerei Scheitz gekommen war, lieber aus. Rappelvoll war es in der neuen Hundertwasserkantine, die mit diesem Ereignis auch gleich schon mal eingeweiht wurde und im Inneren trotz milchweißer Kacheln mit den paar bunten Fensterrahmen recht hundertwassermäßig ausschaut. Dass die Vorstellung der Histörchen und Geschichten aus dem Fünf-Seen-Land, die unter dem Titel „Sowieso und Nirgendwo“ vereint sind, dort stattfand, hat seinen guten Grund. Georg Scheitz, der Seniorchef der expandierenden Molkerei, hat darauf gepocht, dass Uli Singer, die sich in der Region um Andechs und Gilching ausgekennt wie selten jemand, dieses Buch schreibt. Denn wie schnell vergisst die Nachwelt, dass einst Rosinenbomber über Oberpfaffenhofen kreisten, dass dem Schottenhamel Michael zu danken ist, dass der Weßlinger See heute in Gemeindebesitz ist oder der berühmte Weiß Ferdl, einst in Rottenbuch auf den richtigen Weg gebracht werden sollte?

All dies kann man in dem liebevoll von dem Gilchinger James-Krüss-Illustrator Hermann Altenburger bebilderten Band nachlesen. Und so manches Mal wird man sich verwundert die Augen reiben: Wer weiß schon, dass auch Einstein einst beim Oktoberfest im Schottenhamel jobbte?

Die Buchpräsentation, die musikalisch von den Machtlfingern Ritterbarden der Gruppe Matho Cantos begleitet wurde, war schon mal ein voller Erfolg. Viel Prominenz - selbst Sepp Kraetz ließ es sich nicht nehmen, ein Buch signieren zu lassen - viel Spaß und eine hübsche Karrikatur für Barbara Scheitz, die Uli Singer ihr als Dankeschön überreichte: Die Andechser Mönche, die noch viele Pfeile abschießen können gegen den Hundertwasserturm.

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