Zukunft des Krankenhauses

Gespräche über Klinik Seefeld starten

Seefeld - Die Chirurgische Klinik kann allein nicht bestehen bleiben. Erste Gespräche mit möglichen Partnern stehen an - und die sind positiv eingestellt.

Die Chirurgische Klinik in Seefeld ist finanziell in Schieflage geraten und sucht einen starken Partner. Noch in dieser Woche sollen die Verhandlungen beginnen, jedenfalls hat Dr. Thomas Weiler, Geschäftsführer des Klinikums Starnberg, schon eine Anfrage auf dem Tisch. Auch in der Schindlbeck Klinik in Herrsching kommen die Gesellschafter zusammen. „Wir werden die Möglichkeiten besprechen“, sagte Geschäftsführer Robert Schindlbeck gestern.

„Wenn wir helfen können, werden wir das auch tun und unserer kommunalen Pflicht nachkommen“, sagte Weiler auf Anfrage. Der Geschäftsführer ist in Seefeld gefürchtet. „Es heißt, Starnberg schluckt alles. Aber wenn man die Entwicklung verfolgt, weiß man, dass wir keinen Erweiterungsbedarf haben, im Gegenteil.“ An die 22 000 stationäre Fälle verzeichnet seine Klinik, „die 300 Betten sind voll“. Weiler weiß auch, dass seine Art, die Dinge unverblümt beim Namen zu nennen, manchmal nicht so gut ankommt. Auch das erste Zusammentreffen mit Seefelds Chefärztin Dr. Regine Hahn soll nicht ganz so harmonisch verlaufen sein. „Aber wir werden uns nicht verweigern und nun in Trotzhaltung verharren.“

 Er habe die Standortsicherung in Seefeld als politischen Auftrag verstanden, „und das nehme ich sehr, sehr ernst“. Abgesehen davon ist Weiler Wahl-Hechendorfer. „Ich bin dem Ort verbunden und habe dort auch einen Freundeskreis. Wir werden in die Verhandlungen absolut positiv reingehen.“ Es helfe allerdings nicht, wenn alle auf Widerstand gebürstet seien. „Man muss auch wollen.“

Mit Sorge beobachtet Robert Schindlbeck die Entwicklungen. Zwischen seiner Klinik und dem Seefelder Krankenhaus gibt es einige Synergien, gewachsene Strukturen, von denen Patienten und beide Häuser profitieren. „Da steht nun alles auf dem Prüftstand.“ Dabei gehe es nicht nur um die Defizite der Klinik, sondern auch die nötigen Rücklagen und das Kapital für die Sanierung. „Die Vorschriften für Krankenhäuser sind mittlerweile so überzogen, dass es immer Baustellen gibt.“ Kommunen könnten das nicht schultern, aber ob die Gesellschafterversammlung Geld in die Hand nehmen wird? „Da ist eine gewisse Skepsis da.“

Das Krankenhaus in Starnberg sei anders aufgestellt, „da geht es mehr um strategische Überlegungen als finanzielle“. Wichtig sei, kein konkurrenzgesteuertes Kesseltreiben zu veranstalten – weder von Ärzten noch von der Verwaltung. Da gebe es vielleicht zu viele Häuptlinge – die Klinik in Starnberg habe sich zuletzt durch einige Koryphäen erheblich verstärkt. „Aber ich bin zuversichtlich, dass wir vernünftige Pfeiler aufstellen können und Seefeld kein Opfer wird.“ Von dieser Strategie distanziert sich auch Weiler deutlich: „Wir sind nicht auf Beutefang. Wofür auch?“ (hvp)

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