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Von der Allee aus wird die zentralistische Orientierung von Gestüt Isarland für die 40 Interessierten deutlich.

Gestüt Isarland

Relikte aus der Nazizeit

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Percha – Der Literarische Herbst macht Halt auf Gestüt Isarland und klärt über Spuren aus dem Nationalsozialismus auf.

Eine 400 Meter lange Allee führt genau auf die Mitte des u-förmigen Gestüts Isarland. Während 40 Interessierte den Blick über das Gebäude und die 42 Hektar des Gestüts schweifen lassen, erklärt Thomas von Dall’Armi, dass das einen ganz konkreten Hintergrund hat. Der Architekt wurde für Sonntag von den Veranstaltern des Literarischen Herbstes engagiert. „Im Nationalsozialismus hat man Dinge benutzt, um eine bestimmte Wirkung zu erzielen“, sagt er. „Die zentrale Ordnung hat viel mit Macht und einem bestimmten Bewusstsein zu tun.“ 

Man-Rune über Stalltor: "Symbol der völkischen Bewegung"

In diesem Fall erinnere ihn die Anordnung an Versailles oder Rom. Zwei wuchtige Blöcke, die als Sockel gedient haben könnten, passen ins Bild. Das Isarland hat seine Wurzeln in den Zwanziger und den Anfängen der Dreißiger Jahre. 1915 begründete Ludwig der Dritte das Gestüt und brachte acht Pferde aus Ungarn mit, erläuterte Elisabeth Carr. Christian Weber, einer der fünf Gutsfreunde Adolf Hitlers, hatte dann ab 1939 große Pläne mit dem Gestüt. Der gelernte Pferdeknecht wollte Pferd und Theater vereinen. 

„Weber hatte eine große Arena im Kopf“, sagt Carr. Mit der „Welt-Arena“ habe er Pferde gemäß der NS-Ideologie inszenieren wollen. „Eine scheußliche Figur.“ Eine Arena gab es auf dem Gestüt nie. Dafür sieht Architekt von Dall’Armi auf dem Gelände andere Überreste aus der Nazizeit. Etwa an der Hinterseite des Gebäudes, über dem Stalltor. Dort sind Symbole ins Holz geschnitzt: ein Pferd, Kleeblatt, Hufeisen – und eine Man-Rune. „Sie gilt als Symbol der völkischen Bewegung. Man kommt nicht daran vorbei, dass die Zeit mit einer ganz bestimmten Wirkung verbunden war.“ Die Verbindung sieht von Dall’Armi auch am ehemaligen Lagerhaus. Von diesem Gebäude ragen Holzstreben weg – auch an diesen sind Symbole zu sehen, unter anderem eine ausgestreckte Faust. 

Lagerhaus wird zur Ausstellung von Bildern und Skulpturen genutzt

„Ich kann mir nicht helfen“, sagt von Dall’Armi, „das sieht irgendwie germanisch aus. Die Faust hat vielleicht irgendwas gehalten, da fehlt was.“ Mit einer Lesung im Lagerhaus wollten die Veranstalter den Gang durch die Geschichte dann spürbar machen – passenderweise auch das Zusammenspiel von Mensch und Tier behandeln. Das Haus wird auch für die Ausstellung von Bildern und Skulpturen genutzt. Wer nun endgültig Eigentümer des seit 2011 denkmalgeschützten Gestüts wird, soll vom OLG entschieden werden. 

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