Ein Giftköder-Anschlag hat der 17-jährigen Lina den geliebten Hund genommen. Foto:; fkn

"Es zerreißt einen fast"

Tutzing - Die Gemeinde Tutzing warnt Hundebesitzer vor Giftködern. Die mit Rattengift versetzten Lockmittel sind im Kustermannpark und im Umfeld des Roncallihauses ausgelegt worden.

In den vergangenen Wochen sind mehrere Hunde verendet, nachdem sie die Köder gefressen hatten. Die Schülerin Lina T. (17) ist traurig und untröstlich. Sie hat ihre junge Mischlingshündin Stoupa verloren, die im Tutzinger Kustermannpark einen Giftköder gefressen hatte. Stoupa ist nicht der einzige Hund, der Opfer des oder der bislang unbekannten Täter geworden ist. Die Gemeinde warnt Hundebesitzer. Wir sprachen mit Lina T., wie es ist, ein geliebtes Tier zu verlieren.

- Was bedeutet Ihre Hündin Stoupa für Sie?

Stoupa kam aus Griechenland. Sie war so ein aufgeweckter Hund, meine Familie hat sich sofort in sie verliebt. Sie war einfach immer für mich da. Sie hat gemerkt, wenn mit mir etwas nicht stimmte. Sie hat so viel Freude in mein Leben gebracht.

- Stoupa ist an einer Vergiftung gestorben. Was ist an den letzten Tagen vor ihrem Tod passiert?

Meine Mutter war mit ihr im Kustermannpark spazieren, dort spielen immer viele Hunde. Da muss sie etwas gefressen haben, aber wir haben es nicht gesehen. Nach ihrem Tod haben wir dort mehrere Köder mit Rattengift gefunden. Auch in der Nähe vom Spielplatz. Der Tierarzt hat Stoupa später aufgeschnitten und alles wies darauf hin, dass es Rattengift war.

- Wann haben Sie gemerkt, dass etwas nicht stimmt?

Das hat länger gedauert, Rattengift verbreitet sich anscheinend langsam im Körper. In der Nacht vor ihrem Tod war sie sehr unruhig und ist im Zimmer auf- und abgelaufen. Wir haben uns erst keine Gedanken gemacht, weil sie ein Wachhund war und sich öfter so verhielt, wenn sie draußen etwas gehört hatte. Am nächsten Morgen schien alles in Ordnung, sie hat sogar gefressen. Später hat sie sich übergeben und wollte nicht mehr laufen. Der Tierarzt hat gesagt, dass ihr Kreislauf stabil sei und hat ihr Medikamente gegen die Übelkeit gegeben, sie hatte wohl ziemliche Schmerzen. Am Abend zu Hause lag sie da und war ganz ruhig. In der Nacht um 4 Uhr kam meine Mama zu mir und hat mir gesagt, dass sie tot ist.

- Was würden Sie dem Menschen gerne sagen, der die Giftköder auslegt?

Am liebsten würde ich diesem Menschen zeigen, wie das ist, wenn man ein geliebtes Tier verliert. Das kann man mit Worten gar nicht ausdrücken. Ein Hund ist so viel mehr, er begleitet einen durch das Leben. Man hat so eine Verantwortung für den Hund und wenn das dann plötzlich weg ist, dann zerreißt es einen fast. Dann ist alles plötzlich so leer. Das würde ich diesem Menschen gerne zeigen.

- Was meinen Sie, warum tut ein Mensch so etwas?

Ich weiß es nicht, ich kann es nicht nachvollziehen. Vielleicht hatte dieser Mensch schlechte Erfahrungen mit Hunden. Aber es gibt keinen Grund, so etwas zu tun.

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