+
Betreiber von Spielhallen müssen in Gilching um ihre Konzession fürchten. 

Ungeliebte Spielhallen

Mit Unterstützung der Starnberger Kreisbehörde hoffen SPD und Grüne im Gilchinger Gemeinderat, den drei Betreibern der Spielhallen im Gewerbegebiet Nord die Konzession entziehen zu können. Den Antrag dazu hatte SPD-Fraktionssprecher Christian Winklmeier gestellt.

Gilching – Als Begründung gab Winklmeier unter anderem an, dass laut bayerischer Gesetzgebung zwischen den Spielhallen ein Mindestabstand von 500 Meter Luftlinie vorgeschrieben sei, dieser aber bei den Gilchinger Spielhallen laut eigener Abstandsmessung via Google unter 200 Meter liege. Dies bemängelte er in der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend.

„In unseren Augen ist es ein Unding, dass innerhalb weniger Meter drei Lokalitäten einen Automatenbetrieb anbieten“, sagte Winklmeier. „Unabhängig vom immensen Suchtpotenzial können wir uns eine bessere Nutzung dieser Gewerbeimmobilie vorstellen.“ Er regte an, das Landratsamt als Genehmigungsbehörde „zu motivieren“, entsprechend die Konzessionen zu entziehen.

Kein Verständnis für diese Maßnahme zeigte Matthias Vilsmayer (FW). „Ich habe mich im Vorfeld ausgiebig informiert. Alle Betreiber sind TÜV-zertifiziert, haben geschultes Personal, halten sich strikt an die Vorgaben und sind jederzeit zu Gesprächen bereit“, sagte er. „Es gibt auch seitens des Landratsamtes keine Veranlassung, Stand heute, Konzessionen zu entziehen.“ Im Übrigen habe es über viele Jahre hinweg weder Beschwerden der Anwohner noch der Polizei gegeben. Der Sport-Referent wies zudem darauf hin, dass einer der Betreiber seit nunmehr über drei Jahrzehnten in Gilching ansässig sei. „Viele unserer Gemeinderäte kennen die Betriebe seit den 1980er-Jahren. Man kann dort auch Billard, Dart und Flipper spielen. Zwei der Familien kommen aus Weßling und aus Alling, sind bekannt und betreiben ihre Spielothek schon in der zweiten und dritten Generation.“ Winklmeiers Antrag sei ohnehin obsolet, da die Konzessionsvergabe in Bundes- und Landesgesetzen geregelt sei, erklärte Vilsmayer.

Er stellte deshalb einen Antrag zur Geschäftsordnung auf Nichtbehandlung, was mit Unterstützung von Bürgermeister Manfred Walter (SPD) und den Stimmen von SPD und Grünen aber abgelehnt wurde. Winklmeiers Antrag, die Kreisbehörde für den Konzessionsentzug zu gewinnen, ging indessen durch. Zudem wird in Zukunft auf den Antrag von Grünen-Gemeinderat Peter Unger auf der Gemeindeseite ein Hinweis angebracht, dass bei Suchtproblemen Condrobs Hilfe anbietet. 

Uli Singer

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Untersuchung auch im Lankreis Starnberg: „Dem Wald geht es immer schlechter“
Die Bayerische Forstverwaltung hat 1983 erstmals den Gesundheitszustand der heimischen Wälder untersucht – als erstes Bundesland. Aber: Den Wäldern geht es immer …
Untersuchung auch im Lankreis Starnberg: „Dem Wald geht es immer schlechter“
Aufregung um zwei Schlangen
Zwei Schlangen haben im Park des Feldafinger Hotels Residence Feuerwehr und Gäste in Atem gehalten. Jetzt sind sie verschwunden. Vermutlich sind sie nicht giftig.
Aufregung um zwei Schlangen
Bei Einbruch gestört: Nachbar und Alarm vertreiben Täter
Eine Nachricht auf dem Handy, ein Alarmton und ein wachsamer Nachbar haben in Bachhausen wohl Diebe in die Flucht geschlagen.
Bei Einbruch gestört: Nachbar und Alarm vertreiben Täter
SARS-CoV-2: Kein neuer Fall am Dienstag
Die Lage in der Corona-Pandemie im Landkreis Starnberg bleibt unsicher. Am Dienstag kam kein Fall dazu, den fünften Tag in Folge.
SARS-CoV-2: Kein neuer Fall am Dienstag

Kommentare