Voll eingeschlagen: Neuzugang Ramon Adofo hat für den TSV Gilching schon 14 Tore erzielt. foto: jaksch

Fußball

Gilching Bayerns bester Bezirksligist

Gilching - Die TSV-Fußballer haben den Aufstieg in die Landesliga fest im Blick.

Der Stand der Fußballer auf dem Gilchinger Weihnachtsmarkt war dicht umlagert. Artig bedankte sich die Bevölkerung für eine mitreißende Saison, die der Bezirksligist über den Sommer und Herbst abgeliefert hatte. „Man hat gemerkt, dass der gesamte Ort hinter einem steht“, freute sich Stefan Schwartling über den Zuspruch.

Alles andere wäre für den Abteilungsleiter des TSV kaum nachvollziehbar. Seine Mannschaft führt mit 51 Punkten die Tabelle der Bezirksliga Süd deutlich an, hat von den insgesamt 19 Begegnungen keine einzige verloren und momentan sieben Zähler mehr auf dem Konto als Verfolger SC Olching, der jedoch eine Partie weniger bestritten hat. In den sieben Verwaltungsbezirken des Freistaats ist die Bilanz des TSV einzigartig. „Wir sind bester bayerischer Bezirksligist“, freut sich Schwartling über den zweiten inoffiziellen Titel neben der Herbstmeisterschaft in der Gruppe Süd.

Wenn es nach dem Spartenchef geht, sind seine Kicker sogar noch etwas mehr als das. Die Ausbeute von 49:9 Treffern hält er, zumindest was die Defensivstatistik betrifft, für einen nationalen Rekordwert. „Das ist eine Leistung, die hat in ganz Deutschland sonst nur der FC Bayern vollbracht.“ Kein Wunder, dass Schwartling in diesem Jahr ganz beschwingt Weihnachten feierte und zu seinem Glück überhaupt keine anderen Segensgaben mehr braucht: „Ich schaue jeden Tag auf die Tabelle und es geht mir täglich besser.“

In diesem Jahr kam einiges für das ambitionierte Team zusammen. Die Vize-Meisterschaft im Mai bedeutete für den Neuling schon einen enormen Erfolg. Dass der Aufstieg in der Relegation gegen Kirchheim verpasst wurde, hat den Verein nicht zurückgeworfen, sondern neue Kräfte geweckt. Die Gilchinger haben die Qualität ihrer ohnehin schon starken Mannschaft durch die Verpflichtung von Maximilian König und Ramon Adofo noch weiter gesteigert. Der ehemalige Oberaltinger belegt in der Torschützenliste der Bezirksliga Süd momentan mit 14 Treffern Platz zwei hinter dem Aubinger Daniel Koch (17).

Der Tabellenführer hatte aber nicht nur bei seinen Neuzugängen eine glückliche Hand. Die ganze Infrastruktur, in die der Club und die Gemeinde investiert hatten, zahlt sich langsam aus. Das Team verfügt über eine eigene medizinische Abteilung. Auf dem neuen Kunstrasen ist ein geregelter Spiel- und Trainingsbetrieb nun auch in den feuchten und kalten Monaten möglich. „Ohne unsere Sponsoren wäre das alles nicht möglich gewesen“, sagt Schwartling. Es hat sich ein wachsender Kreis von Mäzenen gefunden, die den Verein tatkräftig unterstützen.

Das Ziel dieser Anstrengungen haben alle vor Augen. Dass der Weg der Mannschaft nur in die Landesliga führen kann, wird gar nicht länger bestritten, sondern von allen angestrebt. Der Kader ist mittlerweile so ausgeglichen besetzt, dass Schwartling in der Winterpause gar nicht nachrüsten muss. Zumal Jonas Schmid nach seinem Kreubandriss wieder ins Training eingestiegen ist und zum Neustart der Rückrunde am 5. März die ohnehin schlagkräftige Offensive weiter ergänzt. Außerdem steht mit Marco Brand das nächste Talent aus der eigenen A-Jugend in den Startlöchern.

Das allgemeine Wohlbefinden im TSV wird sicherlich dazu beitragen, dass sich die Vertragsgespräche, die Schwartling in der Winterpause mit Wolfgang Krebs führen möchte, recht harmonisch gestalten. Seit siebeneinhalb Jahren arbeitet der Trainer inzwischen an der Talhofstraße und hat den TSV von der Kreisklasse bis an das Tor zur Landesliga geführt. „Von meiner Seite gibt es keine Diskussion.“ Schwartling hofft, den Vertrag mit seinem Coach um weitere zwei Jahre verlängern zu können.

Allerdings ist ihm auch bewusst, dass der Erfolg, den Krebs mit seiner Elf hat, Begehrlichkeiten bei der Konkurrenz weckt: „Die anderen Vereine sind auch nicht blöd.“ Aber auch die Spieler werden sich auf dem Radar der höherklassigen Vereine befinden. Nicht nur Adofo hat mit seiner Quote Werbung in eigener Sache betrieben. Ein torgefährlicher Verteidiger wie Maximilian Hölzl, der es bisher auf acht Kisten gebracht hat, wird sicherlich die eine oder andere Avance bekommen. Ganz zu schweigen von den schnellen und dynamischen Stürmern Florian Huber und Nick Schnöller. Abwanderungen sind jedoch keine zu befürchten. Der Zusammenhalt im Team ist groß und wohl der Hauptgrund für die aktuelle Erfolgssträhne. „Wir sind richtig stolz auf die Mannschaft“, sagt Schwartling. Neben der Tabelle hat er auch ein Team, bei dessen Anblick ihm die Augen leuchten. (Christian Heinrich)

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