Familiendrama mit drei Toten: Immer mehr Details bekannt - „Muss man erst mal setzen lassen“

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Gratulation zur Diamantenen Hochzeit: Die Jubilare Frieda und Karl Wurm (sitzend) mit stellvertretendem Bürgermeister Richard Schlammerl (hi.l.) und ihren Kindern Elma Hornung und Wolfgang Wurm. Foto: ph

Erster Streit zur Diamantenen Hochzeit

Gilching - Seit 60 Jahren verheiratet und kein richtiger Streit, versichern Frieda und Karl Wurm aus Gilching. „Bis zu unserer Diamantenen Hochzeit jedenfalls“, räumt Karl Wurm (83) ein. Und Frieda nickt. Was war geschehen?

Während Karl Wurm, ein gebürtiger Gilchinger, dem Wunsch der Tochter Elma nachgeben und die Zeitung zur Feier einladen wollte, war Ehefrau Frieda dagegen. „Das interessiert doch keinen Menschen“, meinte sie. Anderer Meinung war da ihr Mann. „Warum nicht? Uns kennt jeder, und das interessiert auch andere, dass wird schon 60 Jahre gut verheiratet sind.“ Karl Wurm setzte sich mit Hilfe der Tochter durch, der Streit hatte sich längst gelegt, als die Feier stattfand.

Frieda Wurm, 1932 im Bayerischen Wald geboren und aufgewachsen, verschlug es 1949 nach Gilching. Bei der Bäckerei Reis heuerte sie als Hausmadl und später als Köchin an. „Das war eine wunderbare Zeit. Die Familie Reis hat mir noch nur Arbeit, sondern auch Familienanschluss geboten.“ Und wie es für ein junges Mädchen damals üblich war, ging sie regelmäßig zum Tanzen in den Oberen Wirt ins Altdorf. Weil strengere Sitten als heute herrschten, wurde sie von der älteren Anna begleitet. Im Gasthaus spielte Posaunist Karl Wurm mit der Guichinger Blaskapelle. „Von der Bühne habe ich einen wunderbaren Überblick gehabt, und habe mir gleich gedacht, was ist denn das für ein schönes Mädchen.“ Bereits am ersten Abend fragte er höflich, ob er sie nach Hause begleiten dürfe. „Ich musste aber erst die Anna fragen“, erinnert sich Frieda Wurm. „Die hat gesagt, geh nur Mädchen, der Karl ist ein Braver, und das passt schon.“

Dennoch hat es noch drei Jahre gedauert bis sich Frieda und Karl Wurm 1953 in der St. Nikolaus-Kirche in Argelsried das Ja-Wort gaben. Fortan führten sie die elterliche Gärtnerei, kauften 1969 das Haus an der Römerstraße 46 und eröffneten dort einen Blumenladen. Während Karl Wurm heute noch als Hobby Gemüse und Obst anpflanzt und gelegentlich mit dem Krischke-Trio zur Unterhaltung aufspielt, geht Frieda Wurm mit dem Hund spazieren oder fährt mit dem Radl. Und Zeitung lesen beide gerne, auch wenn heute die eigene Geschichte drin steht.

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