Wegen der GEMA-Forderung plagen ihn bereits Existenzsorgen: Wegen den Kopfhöreranschlüssen an seinen Geräten soll Fitnessstudio-Betreiber Siegfried Wodzka 10 000 Euro nachbezahlen. foto: jaksch

„Wir zahlen keinen Pfennig“

Streit mit der GEMA: Gilching weigert sich zu zahlen

Gilching - Der Streit zwischen Gilchinger Geschäftsleuten und der GEMA geht in die nächste Runde. Nach den im Frühjahr ausgesprochenen Hausverboten wurde nun sogar Anzeige wegen Hausfriedensbruch erstattet. Die GEMA ist um eine gütliche Einigung bemüht.

Wie berichtet, hatte im Frühjahr dieses Jahres ein Außendienstmitarbeiter der Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanischen Vervielfältigungsrechte (GEMA) unter anderem einem Fahrradladen, einer Tankstelle und einem Fitnessstudio in Gilching Besuche abgestattet. Im Fahrradladen war es ein Laptop, das die GEMA als den Verkaufsraum beschallendes Musikgerät entlarvte, in der Tankstelle wollte der Mann ein Radio erkannt haben. Nach Angaben von Wolfgang Dirschl, Inhaber des Fahrradgeschäfts, forderte die GEMA daraufhin eine Nachzahlung für die Jahre von 2012 bis 2014 von 305 Euro von den beiden Geschäftsleuten. Beide weigerten sich, zu bezahlen und erteilten dem GEMA-Mitarbeiter Hausverbot.

Noch weitaus größeres Ungemach drohte dem Besitzer des Fitnessstudios: Siegfried Wodzka sollte 10 000 Euro nachbezahlen, sagt er. Dabei überweist er bereits für vier Fernseher im Studio Geld an die GEMA. Doch die wollte nun auch für die 14 Fitnessgeräte kassieren, die über Kopfhöreranschlüsse verfügen: 64 Euro pro Stück. Wodzka übergab die Angelegenheit seinem Anwalt.

Fortan war Ruhe eingekehrt, bis der GEMA-Mitarbeiter in Begleitung eines anderen Mitte vergangener Woche wieder auftauchte – trotz Hausverbots. Der Tankstellenpächter warf die Männer heraus und erstattete bei der Polizei Anzeige wegen Hausfriedensbruchs. Dabei hätte die GEMA nach Meinung von Sprecherin Gaby Schilcher dieses Mal durchaus gute Nachrichten für das Fahrradgeschäft und die Tankstelle im Gepäck gehabt. „Es gibt nur eine Forderung von zehn oder elf Euro“, sagte die Pressereferentin am Freitag auf Anfrage. Ihren Angaben nach will die GEMA nun nur einen Monat in Rechnung stellen, weil beim jüngsten Besuch weder ein Laptop noch ein Radio auszumachen waren. An das ausgesprochene Hausverbot fühlt sich die GEMA aber auch weiterhin nicht gebunden: „Wir werden da wieder hingehen, es ist unser Job“, machte Schilcher klar. Das Urheberrechtsgesetz müsse geschützt werden.

Die Geschäftsleute gaben sich am Freitag unversöhnlich: „Wir zahlen keinen Pfennig, diese Methode ist eine Sauerei“, schimpfte Fahrradladenchef Dirschl. „Wir lassen uns so etwas nicht gefallen.“ Während es ihm und seinem Kollegen von der Tankstelle wohl mehr ums Prinzip geht, quälen den Betreiber des Fitnessstudios echte Existenzsorgen: „Seit März kann ich keine größeren Investitionen mehr tätigen“, klagt Wodzka mit Blick auf die teure GEMA-Forderung, die im Raum steht. Wodzka will nicht mehr mit der GEMA sprechen, sie solle sich an seinen Anwalt wenden, sagt er. „Diese Geschäftsgebaren sind Raubrittertum.“

Die GEMA beharrt ihrerseits auf die Forderung gegenüber dem Fitnessstudio: „Es gibt einen Anspruch, den werden wir geltend machen“, sagt Schilcher. Wenn das Gespräch verweigert werde, müsse man es eben „anders regeln“, fügte sie hinzu, ohne ins Detail zu gehen. Immerhin: Juristische Schritte sind ihren Worten nach derzeit nicht geplant.

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