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Kraftwerk als Handschmeichler: Benedikt Schröder und ein Minisystem für unterwegs.

Innovation

Das Immer-dabei-Wasserkraftwerk

Starnberg - Das kleinste Wasserkraftwerk der Welt hat eine neue Heimat: Etterschlag. Die Wunderflunder findet Interesse in der ganzen Welt.

Man braucht nur eine zündende Idee, und schon flutscht das Unternehmen. Es war ein Freund, der Benedikt Schröder aufgefordert hat, ein mobiles Wasserkraftwerk für Wanderer zu entwickeln. Entstanden ist Blue Freedom, das kleinste Wasserkraftwerk der Welt.

„Ich hatte ursprünglich die Vorstellung, du kaufst dir ein Wasserkraftwerk und verdienst so dein Geld. Ich habe zwar ein Wasserkraftwerk gefunden, das war aber so teuer, dass es sich nie amortisiert hätte“, erzählt Benedikt Schröder, Geschäftsführer von Aquakin mit Sitz in Etterschlag. Mehr zufällig als gewollt kam er auf die Idee, mobile Kleinstwasserkraftwerke für jeden Anlass zu entwickeln und zu bauen. „Wir reden immer vom Umstieg auf regenerative Energien und dann holen wir uns Strom aus dem Norden. Dabei ist Solarstrom nicht die beste Lösung, weil wir auf die Sonne angewiesen sind. Ein Wasserkraftwerk aber arbeitet 24 Stunden am Tag und ist deshalb viel rentabler als Solarstrom.“

Der Prototyp eines mobilen Linear-Kleinstwasserkraftwerkes wird gerade in einer Werkstatt in Fürth fertig gestellt, ähnelt einem Katamaran, misst 4,20 auf zwei Meter und leistet bis zu 20 KW. „Es ist umweltfreundlich und auch für Fische ungefährlich“, versichert Schröder. „Für dieses Modell haben wir mittlerweile 222 Anfragen aus aller Welt. Die letzte kam am Wochenende aus Mumbai. Wir sollen ein Angebot für zehn Linear-Wasserkraftwerke erstellen.“ Das bereits in Auftrag gegebene Volumen schätzt der 52-Jährige ehemalige Unternehmensberater auf rund zehn Millionen Euro. Der leicht zu montierende Stromerzeuger eignet sich insbesondere für Kommunen und Firmen, die ein fließendes Gewässer in der Nähe haben und unabhängig von diversen Anbietern sein wollen. Mit der Serienherstellung wird voraussichtlich Anfang 2017 gestartet.

Mobiles Wirbelwasserkraftwerk ist der Renner

Weiter in der Entwicklung sind ein mobiles Wirbelwasserkraftwerk und eine Rohrturbine. „Der Renner aber ist derzeit das kleinste Wasserkraftwerk der Welt“, freut sich Schröder. Nicht größer als ein Disc-Player, lässt es sich leicht transportieren und sorgt auch in abgelegenen Gegenden – vorausgesetzt es gibt ein kleines Gewässer – oder für Segler auf hoher See, für immerwährenden Strom. „Innerhalb kürzester Zeit wird das Smartphone, die Digitalkamera oder das Laptop aufgeladen. Blue Freedom ist insbesondere bei Naturkatastrophen einsetzbar, damit der Kontakt zwischen den Helfern nicht wegen fehlendem Strom unterbrochen wird.“ Mittlerweile werden Tausende von Geräten in über 60 Länder, unter anderem über eine Dependance in USA, versandt. Am Firmensitz in Etterschlag sind in der Entwicklung und Vermarktung derzeit sechs Mitarbeiter beschäftigt. Der Preis von Blue Freedom liegt derzeit noch bei 299 Euro.

Besonders stolz zeigt sich Schröder auf die vielen Auszeichnungen, die Blue Freedom eingeheimst hat. Unter anderem den Red Dot Award, den Energy und den Design Award – namhafte Preise in diesem Segment. Einsatzmöglichkeiten des weltweit kleinsten Wasserkraftwerks finden sich unter anderem auf der Videoplattform Youtube im Internet unter Blue Freedom.

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