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Frisch renoviert wurde die Außenwand der Waschstraße an der Gilchinger Tankstelle „Allguth“ kürzlich. Für Pächter Werner Wagner steht nach dem zweiten großen Graffiti fest: „Aufgeben, das geht gar nicht.“ 

Belohnung ausgesetzt

15-Meter-Graffiti: Tankstellen-Eigentümer setzt Belohnung auf Täter aus

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Die Fassade war gerade erst renoviert worden: Zum zweiten Mal innerhalb eines Jahres verunstaltet ein großes Graffiti die Gilchinger Tankstelle „Allguth“. Die Eigentümer setzen nun 1000 Euro Belohnung für Hinweise auf den oder die Täter aus.

Landkreis – Um den bunten Ärger an der Allguth-Tankstelle nahe der A 96 in Gilching zu sehen, muss man nicht mal zum Tatort selbst gehen. Ein Graffiti, knapp 15 Meter breit und zwei Meter hoch, hat sich mit rosarotem Schriftzug und grün-lilafarbenen Verzierungen quasi ins Gebäude eingebrannt. Die Fassade zur Waschstraße der Tankstelle ist lichtdurchlässig. Und so bemerkte ein Mitarbeiter die kunstvolle Schmiererei am vergangenen Freitagmorgen zunächst von innen.

Besonders ärgerlich für das Unternehmen Allguth, das in München und Umgebung 30 Tankstellen inklusive Shop, Getränkemarkt und Waschstraße betreibt: Schon vor einem knappen Jahr wurde die selbe Wand verunstaltet. Das Graffiti war damals der Anlass für größere Renovierungsarbeiten, sagt Pächter Werner Wagner. „Allguth hat einen gewissen Anspruch, wie die Tankstellen aussehen sollen.“ Die Fassade wurde mit Paneelen verkleidet, eine hochwertige Polycarbonat-Schicht schützt die Wand gegen das Ausbleichen. Erst vor fünf Wochen seien die Arbeiten abgeschlossen worden.

Und dann das: ein Schaden von wohl 10 000 Euro. Der bunte Ärger ist in ähnlicher Gestalt zurück. Wagner spricht ruhig und unaufgeregt über ihn. Er sagt Sätze wie „Da hat sich jemand verewigt“ oder „Die sind kreativ, die Jungs“. Laut dem Pächter hat die Polizei Fußspuren im Gleisbett entdeckt. Der oder die Täter müssen von der Bahntrasse aus gekommen und über den Zaun geklettert sein, vermutet Wagner.

„Aufgeben, das geht gar nicht“

Einen höheren Zaun anzubringen, ist nur eine der vielen Maßnahmen, die die Eigentümer nun in Erwägung ziehen. Wie Allguth auf den Vandalismus reagiert, ist noch nicht entschieden. Tatsächlich gibt es laut Wagner einige Optionen. Zum Beispiel eine große Schutzfolie, die man einfach abziehen könnte, wenn der nächste Schmierer zugeschlagen hat. Oder halt schon wieder eine neue Fassade. „Die Reinigung ist sehr teuer“, sagt Wagner. Und sie hat auch ihre Nachteile: Es gebe gute Mittel, aber die seien aggressiv und würden die Wand angreifen. Klar ist nur: Wer der Polizei eindeutige Hinweise liefert, soll mit 1000 Euro belohnt werden.

Was Pächter Wagner besorgt: Die Entfernung des Graffiti könnte eine Einladung für den Täter sein, es erneut zu versuchen. Aber das bunte Werk einfach zu lassen, kommt auch nicht in Frage: „Aufgeben, das geht gar nicht“, betont Wagner.

Bei der Polizei gibt es eine „Koordinierungsgruppe Graffiti“

Auch die Polizei in Gauting beschäftigen dieser Tage Schmierereien. Auf dem Schulcampus schnappten die Beamten einen jungen Münchner, der wie berichtet für Sachbeschädigungen an mehreren Orten verantwortlich sein soll. Einen Trend zum Wild-Sprühen sieht Vize-Polizeichef Martin Heinrich nicht. ,,Das ist eine Generationensache und ändert sich alle paar Jahre“, sagt er. Und: Die hohen Geldstrafen – zumindest für volljährige Täter – würden andere abschrecken. Die Gautinger Inspektion arbeite eng mit der „Kogra“ zusammen – der „Koordinierungsgruppe Graffiti“, die Polizei München und Bundespolizei vor allem für den S-Bahn-Bereich eingerichtet haben.

Einen „Sachbearbeiter Graffiti“ gibt es bei der Herrschinger Polizei, sagt Erich Schilling. „Einer muss ja die Tags zusammenbringen“, erklärt er. „Tags“ sind die Signaturen, die geschriebenen Markenzeichen der Sprayer. Welche Botschaft hinter dem Schriftzug „EDL – TNF – 1860“ an der Gilchinger Tankstelle steht? „Darüber haben wir auch gerätselt“, sagt Pächter Werner Wagner. Spekulieren lässt sich viel. Wagner: „Es könnten Zeichen aus der Sprayer-Community sein.“

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Das war der bisher schwärzeste Tag der Saison: Der TSV Gilching-Argelsried verlor das so wichtige Derby gegen den Abstiegskonkurrenten SC Olching.

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