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Die Einweihung des Kinderhorts Holzwurm im März 2016 entspannte die Situation in Gilching zeitweise. 

Betreuung

160 Kinder auf der Warteliste

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Weil Gilching so stark wächst, fehlen schon wieder Betreuungsplätze. Die Gemeinde sucht ein Grundstück.

Gilching – Das Thema spielte zwar nur am Rande der Haushaltsdiskussion am Dienstag im Gilchinger Gemeinderat eine Rolle, aber dennoch brennt es den unmittelbar Betroffenen auf den Nägeln: Die Warteliste für einen Kinderbetreuungsplatz in der Gemeinde wird wieder deutlich länger.

Hatte es vor allem nach dem Neubau des Kinderhauses am Frauwiesenweg und des Horts „Villa Holzwurm“ an der Arnoldus-Grundschule eine deutliche Entspannung gegeben, stehen mittlerweile wieder 160 Namen auf der Liste: jeweils 50 für Krippen- und Kindergartenplätze, etwas mehr sogar für einen Hortplatz. Die Zahlen sind eine ganz konkrete Folge des nach wie vor starken Zuzugs. Allein im vergangenen Jahr sind 300 Neubürger nach Gilching gekommen, die Einwohnerzahl betrug Stand Dienstag 19 258, sagte Bürgermeister Manfred Walter – und kündigte bereits einen Neubau an, sobald die Gemeinde über ein Grundstück verfüge.

66,5 Millionen Euro: „Kein gewöhnlicher Haushalt“

Gegenüber dem Starnberger Merkur wurde er gestern etwas präziser: „Das würde wieder ein Kinderhaus werden mit Krippe und Kindergarten und insgesamt sechs Gruppen.“ Eingeplant im Haushalt ist bislang noch nichts, aber: „Ich gehe davon aus, dass wir das stemmen können“, betonte Walter.

Denn die Kassenlage der Gemeinde ist gut – auch wenn „Gilching vor riesengroßen Herausforderungen steht“, wie Walter am Dienstagabend sagte. Die für heuer veranschlagten Einnahmen und Ausgaben von 66,5 Millionen Euro seien denn auch „kein gewöhnlicher Haushalt“. Größter Brocken ist bekanntlich die Westumfahrung, deren Bau bis Ende 2019 abgeschlossen sein soll und für die bis dahin 16 Millionen Euro Baukosten eingeplant sind. Und auch wenn Kämmerin Christina Kaelcke-Gröger sicherheitshalber einen Kreditrahmen von zwei Millionen Euro eingeplant hat, so ist Walter zuversichtlich, den nicht ausschöpfen zu müssen.

Rappenglück: Gilching wird städtischer

Vom Gemeinderat gab’s viel Lob für Kassenführung und Haushaltsplan. „Ich bin stolz, wie toll sich Gilching entwickelt“, sagte Vizebürgermeister Martin Fink (CSU). Mit dem neuen Rathaus, dem im Bau befindlichen Kulturcafé, der Pollinger Straße und – perspektivisch – der Entwicklung an der Römerstraße gelinge es, „Identität zu schaffen“. Ins selbe Horn stieß SPD-Fraktionschef Dr. Michael Rappenglück. „300 Anwohner mehr zeigen, dass wir immer städtischer werden“, sagte er. Gilching dürfe schon lange nicht mehr auf eine Rolle als Schlafstadt reduziert werden.

Kritik am Haushalt übten die Grünen. Fraktionschef Peter Unger geißelte den Bau der Westumfahrung als ein Projekt „im Geist der 50er-Jahre, das Natur und Landschaft zerstört“. Rosa Maria Brosig (BfG) erinnerte dagegen an die Bürgerentscheide zu dem Thema: „Die Bürger wollen die Westumfahrung, dann sollen sie sie auch haben.“ Zumal die Bürger sie über ihre Steuern auch bezahlten. Am Ende nahm der Gemeinderat den Haushalt gegen die Stimmen von Grünen und Brosig an.

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