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5000 Euro-Obergrenze

Nur Bares ist Wahres

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Landkreis Starnberg - Die Bundesregierung erwägt die Einführung einer Obergrenze für Barzahlungen in Höhe von 5000 Euro. Das träfe vor allem kleinere und mittlere Betriebe. Die Begeisterung im Landkreis hält sich daher in Grenzen.

5000 Euro sind ein Betrag, den wohl nur die wenigsten öfter in bar mit sich herumtragen. Und doch: Die auf Bundesebene disktuierte Obergrenze von Barzahlungen könnte durchaus direkte Auswirkungen auf die Wirtschaft im Landkreis Starnberg haben. Wir haben uns umgehört.

Stellt sich zunächst die Frage, ob überhaupt noch Menschen so viel Geld vom Konto abheben. „Oh ja“, sagt Johann Oberhofer, Pressesprecher der VR Bank. Er persönlich erwartet keinen schnellen Abschied vom Bargeld in Deutschland. Obwohl das den Banken erhebliche Kosten einsparen würde. „Das Bargeldgeschäft ist für uns richtig teuer“, sagt Oberhofer: „Versicherungen, Lagerung, Sicherheit, die Automaten, das alles kostet viel Geld.“ Aber die Kunden erwarten von einer Bank, dass sie sie bei Bedarf mit Bargeld versorgt, „deswegen machen wir das auch gern.“ Summen von 5000 Euro in kleineren und 10 000 Euro in den größeren Filialen könnten ohne Voranmeldung abgehoben werden.

Halbe Million auf einmal abgehoben

Ab und an gehen auch deutliche höhere Beträge über den Banktresen. Die höchste Bar-Abhebung, die in den vergangenen Jahren bei der Sparkasse getätigt wurde, betrug immerhin eine halbe Million Euro, berichtet die Sparkassen-Pressesprecherin Kerstin Brehm. Das sei aber „die absolute Ausnahme“ gewesen, obwohl „Barabhebungen im vier- und fünfstelligen Bereich in unseren großen Filialen wie in Starnberg zum Tagesgeschäft gehören“.

Auch im Handel kommen größere Barzahlungen vor. Was halten die Händler von der geplanten Neuregelung? Christian Klein leitet das Autohaus Häusler in Gilching. Es sei zwar die Ausnahme, dass Kunden bar bezahlten, aber „einmal im Monat“ komme es dann doch vor. „Es gibt viele ältere Herrschaften, die einfach noch bar bezahlen wollen.“ Außerdem habe er etwa einmal im Monat den Fall, dass Interessenten in der Tür stehen und fragen, ob sie ein Fahrzeug direkt gegen Bargeld mitnehmen könnten. „Und was mache ich dann?“, so Klein. Betroffen dürfte vor allem der Geschäftsbereich Gebrauchtwagen sein. Bei Neuwagen komme es so gut wie gar nicht vor, dass Kunden bar bezahlten. Das bestätigt Franz Czasny, Geschäftsführer des gleichnamigen Autohauses in Herrsching. „Wir sprechen da wohl überwiegend über Fälle, in denen ein Betrag von über 5000 Euro angezahlt werden soll.“ Begeistert ist aber auch er nicht von der 5000-Euro-Obergrenze. „Das ist vor allem für uns mittelständische Betriebe wieder ein Mehr an Verwaltungsaufwand.“ 

Juwelier nimmt gern Bares

Nicht nur Autohändler sind betroffen: „Der Großteil unserer Kunden zahlt mit Kreditkarte oder Überweisung“, erklärt Michael Mayer vom gleichnamigen Juwelier in Starnberg. Dennoch soll es vereinzelt Kunden geben, die Bargeld bevorzugen. „Das Problem mit der Kreditkarte ist, dass bei Zahlung für uns eine Gebühr anfällt und das summiert sich bei einem größeren Einkauf.“ Auch die EC-Karte wäre momentan noch keine Alternative für Einkäufe über 5000 Euro, da von den Banken meist ein Tageslimit gesetzt wird. 

Beim Juwelier am See in Tutzing ist die Barbezahlung ein gängiges Zahlungsmittel. „Aktuell wird viel Staub um die Obergrenze aufgewirbelt, aber ich denke es ist reine Gewöhnungssache“, sagt Geschäftsführer Gerhard Brückner. Andere hätten mit der Obergrenze kein Problem. Das Starnberger HiFi-Unternehmen Kiffer macht nach eigener Aussage mittlerweile den größten Teil seines Umsatzes längst im Internet.

Auch im Pelzhandel Gebhard in Starnberg hat man bemerkt, dass bereits Beträge von zehn Euro mit Karte bezahlt werden. „Nur bei Einkäufen mit geschenktem Weihnachtsgeld könnte es Probleme geben. Allerdings werden Beträge über 5000 Euro kaum mehr erreicht“, sagt Herbert Gebhard. So bleibt uns das Bargeld wohl noch erhalten.

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