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Statt wie hier beim Einbau dieser Schilderbrücke über beide Fahrbahnen, konnten die Arbeiten an der A 96 vermehrt tagsüber stattfinden.

Sechsspuriger Ausbau und Galerien

A 96-Teilstück bald fertig – Bürgerfest fällt aus

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Seit Anfang 2017 wird die Autobahn A 96 auf einem neun Kilometer langen Teilstück zwischen Germering und Wörthsee sechsspurig ausgebaut. Gleichzeitig werden zwei Lärmschutzgalerien installiert. Ende nächsten Monats soll der Verkehr in sie hinein verlegt werden.

Gilching – „Verkehrlich war es zeitweise besser“, sagt Josef Seebacher, Pressesprecher der Autobahndirektion Südbayern. Etwa fünf Wochen lang verzeichnete die Autobahndirektion im Schnitt 60 Prozent weniger Verkehr. „So einen Rückgang hatten wir noch nie.“ Doch das sei seit etwa fünf Wochen auch schon wieder anders. Im Mittel habe der Corona-Lockdown das Vorankommen der Arbeiten auf Baustelle an der A 96 bei Gilching, wo an Lärmschutzgalerien und am sechsstreifigen Ausbau der Autobahn gearbeitet wird, weder verlangsamt noch beschleunigt.

Gerade die ersten drei bis fünf Tage waren eine Herausforderung, da auf der Baustelle eine österreichische Firma tätig ist und die Arbeiter nach dem Wochenende daheim in Quarantäne gemusst hätten. Sie brauchten Bescheinigungen, dass sie über die Grenze zur Arbeit dürfen. Dort wurden die Schichten dann so getrennt, dass die Trupps sich nicht begegnen.

Autobahndirektion rechnet mit mehr Staus

Zwar sei das Verkehrsaufkommen auf der A 96 zu Beginn der Ausgangsbeschränkungen erheblich zurückgegangen. Wer aber fuhr, fuhr angesichts der freien Straßen schneller. Die Situation habe sich mittlerweile gedreht: „Alle kommen aus dem Homeoffice und keiner fährt S-Bahn“, sagt Seebacher. Da das Image der öffentlichen Verkehrsmittel im Zuge der Corona-Krise massiven Schaden genommen hat, geht die Autobahndirektion davon aus, dass Pendler nun zunehmend wieder auf das Auto umsteigen. Die Autobahndirektion rechnet mit einem höheren Verkehrsaufkommen und folglich mit mehr Staus.

Mehr Arbeiten am Tag möglich

Beim Bau der Galerien und bei der Herstellung der Fahrbahn konnten angesichts des geringeren Verkehrsaufkommens nach der 11. Kalenderwoche bis zur 16. Kalenderwoche mehr Arbeiten in den Tag gelegt werden, sofern es kurzfristig möglich war, so Seebacher. Das sei einerseits günstiger und man bekomme qualitativ bessere Arbeit, andererseits sei es auch sicherer für die Arbeiter, und Anwohner würden weniger von Lärm belastet. Die Fahrbahn „ist seit Sonntag fertig. Die ist etwas schneller gegangen“, so Seebacher, da auch die Wochenenden genutzt werden konnten und der Aufbau der Verkehrsführung, also das Aufbringen der gelben Markierungen, früher stattfinden konnte. „Das hat uns vom Bauablauf sehr geholfen“, sagt Seebacher.

Technik wird getestet

In den Galerien „ist die Technik derzeit in der Erprobungsphase“. Nachdem am Wochenende die Feuerwehr die Rauchentwicklung getestet hat, sind nun weitere Sensoren, unter anderem die Rauchsensoren der Tunneltechnik dran. Sie müssen reagieren, um das Warnsystem auszulösen. „Es kann schon sein, dass man in nächster Zeit mal eine Durchsage hört.“ Nicht nur über die Lautsprecher, sie schalten sich, wenn man durch die Galerien beziehungsweise derzeit noch an ihnen vorbei fährt, auch auf die Radiofrequenz. Die Betriebszentrale für die komplexere Tunneltechnik ist in Freimann, wo die automatischen Systeme von Operatoren überwacht werden, ein Betriebselektriker kümmert sich bei Bedarf von Inning aus um die Elektronik.

Gerne hätte die Autobahndirektion den Bürgern die fertigen Galerien gezeigt, bevor der Verkehr hineinverlegt wird. Ein Bürgerfest wird es wegen der Corona-Krise nicht geben, derzeit werde noch eruiert, ob die Autobahndirektion Gemeinderäte und Presse für einem Rundgang auf Abstand einlädt, so Seebacher. Denn wenn der Verkehr wie vorgesehen Ende Juni/Anfang August durch die Galerie fließt, ist diese einmalige Gelegenheit verstrichen.

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