Die entschärfte Bombe.
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Die entschärfte Bombe.

Fliegerbomben-Alarm

Blindgänger-Entschärfung auf A96: Nach Sprengsatz-Einsatz - Autobahn wieder freigegeben

  • Peter Schiebel
    vonPeter Schiebel
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Am späten Donnerstagnachmittag ist im Bereich eines Gilchinger Gewerbegebietes bei Bauarbeiten eine 250-Kilo-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden worden. Alle Details in unserem Ticker.

  • Am Donnerstagabend wurde bei Bauarbeiten eine Fliegerbombe nahe der A96 bei Gilching entdeckt.
  • Der Blindgänger musste am Freitag (20. November) entschärft werden.
  • Die Autobahn A96 bei München wurde dafür gesperrt.

Freitag, 20.20 Uhr: Der größte Bombenfund im Landkreis Starnberg seit vielen Jahren hat am Freitag ein glückliches Ende gefunden. Eine gute Stunde lang brauchte ein dreiköpfiges Team des Kampfmittelräumdienstes, um eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg unschädlich zu machen. „Es hat reibungslos funktioniert“, sagte Dr. Andreas Heil von der Spezialfirma Tauber. Um 12 Uhr war der Auftrag erledigt.

Ein Baggerfahrer hatte die 250-Kilo-Bombe der US-Streitkräfte am Donnerstagnachmittag bei Kanalarbeiten auf dem Gelände des Sonderflughafens Oberpfaffenhofen in gut 1,50 Meter Tiefe freigelegt. Nach einer Begutachtung entschied das Sprengkommando, die Entschärfung auf Freitag zu verlegen. „Der logistische Aufwand wäre in der Nacht schwierig zu bewältigen gewesen“, erklärte Sprengmeister Torsten Thienert (45). Dieser „logistische Aufwand“ umfasste einen Radius von 500 Metern um den Fundort. Für die Dauer der Entschärfung musste dieser Bereich geräumt werden. Davon betroffen waren alles in allem knapp hundert Firmen mit mehr als tausend Mitarbeitern, etwa 70 Anwohner einiger Wohnstraßen im Südwesten Gilchings sowie die Autobahn A96.

Betriebsgebäude und Häuser wurden evakuiert, die Autobahn zwischen den Anschlussstellen Wörthsee und Gilching sowie die Auffahrt Oberpfaffenhofen gesperrt. Das führte zu kilometerlangen Staus aus beiden Richtungen und schleppendem Verkehr auf den Umleitungsstrecken.

Die Bombe wurde nach der Entschärfung abtransportiert und sollte anschließend zersägt werden. Der Sprengstoff wird verbrannt, das Metall verschrottet. Während des Einsatzes wurden zwölf Anwohner in der Turnhalle der Gilchinger Grundschule – die als Notunterkunft diente – versorgt und verpflegt. Vor Ort waren insgesamt 165 Einsatzkräfte von Polizei, BRK, DLRG und Feuerwehr.
- Peter Schiebel

Blindgänger-Entschärfung auf A96: Nach Sprengsatz-Einsatz - Autobahn wieder freigegeben

Freitag, 12.16 Uhr: Wie Gilchings Bürgermeister Manfred Walter über Twitter informiert, ist die Bombe erfolgreich entschärft worden. Wie die Polizei mitteilt, wurde gegen 12 Uhr auch die Autobahn wieder freigegeben.

Freitag, 10.35 Uhr: Die A 96 ist jetzt gesperrt. Die genaue Dauer lässt sich derzeit noch nicht absehen.

Sperrung der A 96 bei Gilching während der Bombenentschärfung.

Freitag, 10.20 Uhr: Das Sprengkommando ist eingetroffen, die Vorbereitungen für die Entschärfung laufen. Natürlich ist auch der Luftraum über dem Sonderflughafen gesperrt worden. Die Feuerwehren Gilching, Geisenbrunn, Weßling, Oberpfaffenhofen, Steinebach sowie Kräfte des Landkreises (Feuerwehr Percha und die Kreisbrandinspektion) unterstützen bei Räumung, Organisation und den Absperrmaßnahmen, teilte der Kreisfeuerwehrverband mit.

A 96 total gesperrt: Notunterkunft eingerichtet - Entschärfung läuft

Freitag, 9.30 Uhr: Für die Gilchinger, die aus ihren Häusern müssen, während die Bombe entschärft wird, hat die Gemeinde eine Notunterkunft eingerichtet - in der Turnhalle der James-Krüss-Grundschule. Neben den mehr als 600 Mitarbeitern der Firmen im Gewerbegebiet, die gar nicht erst zur Arbeit erscheinen sollten, sind zwischen 50 und 100 Anwohner betroffen. Die BRK-Bereitschaft kümmert sich dort um die Evakuierten, versorgt sie mit Kaffee, Tee und dergleichen. Derzeit halten sich dort etwa ein Dutzend Anwohner auf. Gilchings Bürgermeister Manfred Walter machte sich am Vormittag ein Bild der Lage. Er sagt: „Bombenfunde und Entschärfungen gibt es immer wieder. An so eine große Bombe kann ich mich aber nicht erinnern.“ Mittags wird es für die Evakuierten Pizza geben.

Besuch in der Notunterkunft: Gilchings Bürgermeister Manfred Walter besuchte die Gilchinger, die wegen der Entschärfung ihre Häuser verlassen mussten.

Gilchings Bürgermeister Manfred Walter hält seine Mitbürger auch über Twitter auf dem Laufenden:

Freitag, 9.12 Uhr: Der Großeinsatz hat für viele besorgte Anrufe auch bei der Feuerwehr gesorgt. Die Gilchinger Feuerwehr bat schon in der Nacht die Bevölkerung, sich an die Anweisungen zu halten:

Update Freitag, 20, November, 9 Uhr: Seit etwa 6 Uhr sind Polizei und Feuerwehr im Einsatz, um die Sperrungen und Evakuierungen vorzubereiten. Seit 8 Uhr laufen diese. Insgesamt sind 160 Helfer von Feuerwehren, Polizei und BRK im Einsatz. Bei der Sperrung der A 96 ab 10 Uhr hat sich nach Angaben des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord eine Änderung gegenüber der ersten Mitteilung ergeben: Die Ausleitung des Verkehrs auf der A 96 in Richtung München erfolge an der Anschlussstelle Wörthsee und nicht wie angegeben bei der Ausfahrt Oberpfaffenhofen.

Die Evakuierungen rund um den Fundort in Gilching haben am Freitag gegen 8 Uhr begonnen.

Die Entschärfung soll nach aktuellem Stand etwa gegen 11 Uhr beginnen und längere Zeit dauern. Die Sperrung der A 96 wird mindestens bis gegen 13 Uhr dauern. Das lässt sich aber erst sagen, wenn die Arbeiten an dem Blindgänger laufen. Der war die Nacht über gesichert worden.

Update, 19. November, 21.20 Uhr: Die S-Bahnen sind von der Entschärfung nicht betroffen, wie Gilchings Bürgermeister Manfred Walter über Twitter bekannt gab. Er ruft alle auf, die Anschlussstelle Gilching-West/Oberpfaffenhofen zu meiden und großräumig zu umfahren. Walter hatte auch Details zu den Evakuierungen in seiner Gemeinde:

Fliegerbombe bei A96: Sperre ab 10 Uhr - Chaos vorprogrammiert

Update, 19. November, 20.25 Uhr: Die Polizei hat weitere Details zu den Sperrungen am Freitag bekannt geben. In der Meldung heißt es: „Nach Begutachtung durch einen Sprengmeister wurde festgelegt, dass die Bombe morgen, Freitag, 20.11.20, um 11 Uhr entschärft werden wird. Für die Entschärfung wurde ein Sperrradius von 500 Meter rund um den Fundort der Bombe festgelegt. Das hat zur Folge, dass morgen ab 8 Uhr eine Evakuierung der innerhalb des Sperrrings liegenden Objekte erfolgen muss. Das bedeutet auch, dass mehrere hundert Mitarbeiter von in diesem Bereich ansässigen Firmen nicht arbeiten können.“ Zudem würden die Bewohner mehrerer Straßenzüge, im Einzelnen des Lärchenwegs, der Flugplatzstraße und des Neubruchwegs in Neugilching ebenfalls ihre Häuser verlassen müssen.

Fliegerbombe bei Gilching: A96 bei München total gesperrt

Ebenfalls in den 500 Meter Sperrradius falle die Autobahn A96, die zwischen den Anschlussstellen Gilching/Oberpfaffenhofen und Gilching/Argelsried ab 10 Uhr komplett gesperrt werden wird. Das bedeute, dass der gesamte Verkehr in Richtung München bei der Ausfahrt Oberpfaffenhofen und der Verkehr in Richtung Lindau bei der Ausfahrt Argelsried abgeleitet werden wird. Andreas Ruch von der Gemeringer Polizei:

„Diese Maßnahme dürfte ohne Zweifel den gravierendsten Einschnitt darstellen, weil in der Folge mit erheblichen Verkehrsbehinderungen im Bereich Gilching/Wessling gerechnet werden muss.“

Erstmeldung, Donnerstag, 19. November, 19 Uhr: Gegen 16 Uhr kam die Nachricht, dass bei Bauarbeiten im Gilchinger Gewerbegebiet am Sonderflughafen Oberpfaffenhofen eine amerikanische Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden worden ist. Der Blindgänger als am Freitagvormittag entschärft werden, wurde über Nacht zugeschüttet. Die Entschärfung soll gegen 10 Uhr am Freitag beginnen - dann muss auch die A 96 gesperrt werden, da sie innerhalb des Sicherheitsbereichs von 500 Metern liegt. Der stellvertretende Germeringer Polizeichef Andreas Ruch:  „Das wird keine einfache Entschärfung.“ Details zu den Evakuierungen sind noch nicht bekannt.

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