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„Gewalt kommt nicht in die Tüte“: Bäckermeister Ernst Zobel, Claudia Sroka vom Verein Frauen helfen Frauen, Gleichstellungsbeauftragte Sophie von Wiedersperg und Innungsmeister Wilhelm Boneberger (v.l.) 

Gleichstellung

Mutmacher aus Papier

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Gewalt gegen Frauen hat viele Gesichter: Sie kann körperlich sein, aber auch verbal und digital, offensichtlich oder auch subtil.

Gilching – Die Gleichstellungsstelle des Landkreises Starnberg, der Verein Frauen helfen Frauen und die Bäckerinnung machen in dieser Woche bis einschließlich Freitag im Rahmen einer Aktion auf die Not vieler Frauen aufmerksam.

„Gewalt kommt nicht in die Tüte! ... weder in der Familie, noch im sozialen Umfeld. Schau’ hin! Tu’ was!“, ist auf den Tüten zu lesen, die in dieser Woche in neun teilnehmenden Bäckereien und ihren Filialen im Landkreis ausgegeben werden. Anlass ist der „Internationale Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen“ am 25. November, vorgestellt wurde die Aktion in der Bäckerei Boneberger in Gilching.

Gewalterfahrungen gehören nach Aussagen der Weltgesundheitsorganisation zu den größten Gesundheitsrisiken für Frauen. In Deutschland erfährt jede vierte Frau körperliche, psychische und/oder sexualisierte Gewalt durch einen Partner. In Bayern suchen jährlich 2000 Frauen mit mehr als 2000 Kindern Zuflucht in einem Frauenhaus. Mehr als 4740 Betroffene und Angehörige wurden über Frauennotrufe beraten und begleitet.

Auch im Landkreis Starnberg ist Gewalt gegen Frauen Realität. Die Hemmschwelle, sich Hilfe zu suchen, ist hoch. „Oftmals besteht in gewalttätigen Beziehungen eine Atmosphäre von Überwachung und Kontrolle“, sagt Gleichstellungsbeauftragte Sophie von Wiedersperg. Deshalb sei es den Akteuren wichtig gewesen, auf der Rückseite der Tüten auch auf die Unterstützungs- und Hilfsangebote im Landkreis aufmerksam zu machen. „Es geht darum, Angehörige und Freunde zu sensibilisieren und zu ermutigen, bei einem Verdacht Hilfe anzubieten und die Betroffene auf die Beratungsmöglichkeiten hinzuweisen.“

„Das ist auch uns ein großes Anliegen – die Bäcker im Landkreis Starnberg beteiligen sich gern an der Aktion“, betont Wilhelm Boneberger, Obermeister der Bäcker-Innung Starnberg. Die Papiertüten gibt’s ab sofort bei den Bäckereien und Filialen von Boneberger, Böck, Benedikter, Jakob, Lidl, Reis, Sigl, Stenzel und Zobel. Die Notfall-Nummern finden sich auch auf der Notfallkarte „Hilfe für Frauen“ des Landratsamtes Starnberg, diese gibt es in der Gleichstellungsstelle und auf der Internetseite des Landratsamtes unter www.lk-starnberg.de.

Zusätzlich wird zum 25. November, wie auch im vergangenen Jahr, die Fahne der Menschenrechtsorganisation „Terre des Femmes“ vor dem Landratsamt und den Rathäusern der Stadt und der Gemeinden im Landkreis gehisst. Als ein sichtbares Zeichen der Solidarität. 

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